Meine Lektorin hat nicht immer Zeit für mich. Aus diesem Grunde bleibt so mancher Druck- und Grammatikfehler unentdeckt. Wer einen findet, darf diesen behalten. Bei sachlichen Fehlern wäre es allerdings schön, wenn man mich darauf hinweist.

 

Montag, 20. Februar 2012

Jetzt kommt der Gau ck

Die SPD hat damals der Merkel einen gelappt, als sie diesen Bilderbuchreaktionär Gauck als Gegenentwurf zum Politfuzzy Wulf präsentierte (hier ein toller Artikel von Juni 2010). Das konnte man ja gut, denn man hatte nicht die Mehrheit und es gelang zumindest ein paar Stimmen aus dem gelb-schwarzen Lager rauszubrechen. Das war schlaue Politstrategie. Damit wäre es ja gut gewesen, aber was haben die Sozen jetzt gemacht? Die Nahles hat sofort nachgekartet: „Gauck wäre der bessere Kandidat gewesen" und die SPD meinte, dass dieser Sprengsatz vielleicht nochmals zündet. Aber die Merkel ist in die Falle, die Sigi Pop ihr aufgestellt hatte, nicht reingetreten. Das war wohl nichts mit der scheinheiligen Gemeinsamkeitsstrategie. Spätestens jetzt wird klar, weshalb die „sozial"demokratischen Strategen im nächsten Bundestagswahlkampf die direkte Auseinandersetzung mit Merkel scheuen: sie haben nichts drauf.

Jetzt wird Gauck, der ursprünglich eigentlich überzeugendere CDU-Konservative, an den die Merkel damals nur nicht gedacht hatte, doch noch Präsident und das mit Hilfe der tumben Sozialdemokraten.

Der überzeugende Punktsieg geht voll an die Qualitätskanzlerin. Unsere Lokalpresse hat heute morgen noch mit der Schlagzeile „Reißt Wulff die Koalition in den Abgrund?" aufgemacht. Ja, das hätten die „Wer-hat-uns-verraten" gerne gehabt, aber sie haben ihren Lehrmeister in Sachen Hinterlist gefunden. Nein, es gibt noch einen, der noch nichts kapiert hat: der Freiflieger und Atlantikbrückler Özdemir, der auch ganz gut wulffen kann.

Mein Tipp an die Sozen: Macht endlich mal wieder soziale Politik, jagt die Verräter aus Eueren Reihen und lasst sie nicht durch die Provinz tingeln (so wie den unsäglichen Münte kürzlich in Düren) - oder besteht die Partei nur noch aus dieser neokapitalistischen Lego-Gang?

Weshalb ich nichts von dem Gaukler halte, ist hier gut beschrieben. Mein Kandidat ist und bleibt Georg Schramm, der hier seine Rede an die deutsche Oberschicht schon bestens formuliert hat - aber auf mich hört ja mal wieder keiner.

Nachtrag: Am Abend fand ich diesen netten Kommentar in der TAZ, dem ich mich inhaltlich zu 90% anschließen kann und da stand in einem Leserbrief, dass Gauck ebenfalls Mitglied der Atlantikbrücke ist. Das erklärt diese bescheuerte Kommentierung des noch bescheuerteren Özdemirs. Mit dem Grün? NIE!

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Samstag, 18. Februar 2012

Unsere Operettenpräsidenten sind nicht lieb, aber teuer

Unser Operettenpräsident Nummer 1 bekommt seinen Ehrensold (dafür hat sich unsere Qualitätskanzlerin eingesetzt - ist ja auch nicht ihr Geld) für 598 Tage im Amt. Nach der aktuellen Sterbetafel lebt der noch 28 Jahre und seine Olle danach noch 17,3 Jahre. Jetzt kann jeder ausrechnen, dass dieser Parvenu den höchsten Stundenlohn hatte, der jemals in Deutschland von der öffentlichen Hand bezahlt wurde. Ich komme so auf etwa 13.000 Euro.

Wesentlich teuerer kommt uns aber ein anderer Operettenpräsident zu stehen, der hier abgebildet ist. Da kann man noch ein paar Nüllchen dranhängen.

Interessant ist, wenn man unsere politische Haltung zu Afghanistan mit der zu Syrien vergleicht. Da fließen die Krokodilstränen und das Bundesministerium für Betroffenheit und Entrüstung kriegt sich nicht mehr ein, weil Assad ja das „eigene" Volk beschießt. Das hat aber unser Operettenprinz Nummer 2 nicht nötig: er hat dafür die Amis und u.a. auch unsere Bundeswehr, die die Drecksarbeit für ihn erledigen. Spaßig wiederum ist, dass wir in Afghanistan den Terror in Gestalt von Taliban und Al Kaida bekämpfen, genau wie Assad, aber der muss irgend etwas falsch machen, was ich bis jetzt noch nicht durchschaut habe, denn im Gegensatz zu uns, darf der das nicht. So ist das eben: wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe.

In Afghanistan legen wir doch alles um, was nicht für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte ist und in Syrien setzen wir alles daran, dass ein laizistischer Staat abgeschafft wird und die Wahabiten an die Macht kommen. Assad hat es verkackt, weil er in Ahmadinedschad nicht den Teufel sieht, mit dem man nicht paktieren darf, aber unser Operettenpräsident Nummer 2 darf das ungeniert tun. Kapiert das jemand? Ich muss ehrlich sagen, ich nicht.

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Mittwoch, 15. Februar 2012

Der SPIEGEL wacht auf??

Wer diesen Artikel liest, der fühlt sich an mein Posting erinnert, das ich am Montag schrieb. Vielleicht ist es das erste Signal für eine Presse, die sich nicht mehr nur auf die DPA und ihren unsäglichen Quatsch von der Londoner Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Gestalt des noch unsäglicheren Rami Abdel Rahman beruft. Was dieser Bruder so abbläst, ist an Hirnlosigkeit nicht zu überbieten. Gut, die machen Lobbypolitik, aber muss deswegen unsere Presse jedes Märchen von denen als Tatsache bringen? Nehmen wir zum Beispiel diesen Artikel aus der FAZ, ZEIT oder aus der Welt. Da geht wieder alle Gewalt von Assad aus. Da versucht man uns weiszumachen, dass Regierungstruppen die eigene Ölpipeline beschießen. Geht's noch? Alle Anschläge werden ausschließlich der Soldateska von Assad in die Schuhe geschoben und die Demonstranten werfen mit Wattebällchen. Die Berichterstattung der ZEIT und des FOCUS lesen sich mittlerweile wie die Heeresberichte von Al Kaida. Diese „Blätter" können es anscheinend nicht erwarten, bis NATO Kampfjets das Land endlich in Schutt und Asche legen (natürlich ohne auch nur einen unschuldigen Zivilisten zu treffen, so „toll" wie in Libyen, wo merkwürdigerweise über das Unheil, das die NATO dort angerichtet hat, nicht berichtet wird).

Die Kriege werden in den Medien entschieden. Was nicht berichtet wird, findet nicht statt. Oder hat jemand das Interview in einer deutschen Zeitung gefunden, das Ahmed Manaï, ein Mitglied der Arabischen Liga gegeben hat? Dieser unverdächtige wahre Kämpfer für Menschenrechte sagte: "das chinesisch-russische Veto rettete ein Land, die Wiege der Menschheit und der arabischen Zivilisation, vor der totalen Zerstörung (hier ganz nachzulesen)". Die kritischen Stimmen kommen nicht zu Wort, wenn sie nicht in den Kram passen. Da wird dumm dahergeredet, wie kürzlich unsere Qualitätskanzlerin, als sie den ägyptischen Wendehals Nabil al-Arabi empfing und ihm bestimmt einen hohen Scheck in die Hand drückte.

Was veranlasst unsere Presse zur Kriegstreiberei? Wer beantwortet mir diese Frage? Wann reift die Erkenntnis, dass nicht der arabische Frühling, sondern die sunnitische Götterdämmerung angebrochen ist?

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Dienstag, 14. Februar 2012

Ostrakismos statt ACTA

Warum hat man als Bürger das Gefühl, dass unsere Politiker machen was sie wollen. Nein, sogar genau das Gegenteil dessen machen, was die Mehrheit der Menschen will? So wird die Rentengrenze nach hinten geschoben und gleichzeitig erhöhen sich Landtagsabgeordnete ihr Diäten um einen Betrag, mit dem ein Hartzer einen Monat lang auskommen muss. Was allerdings immer gemacht wird, sind die Wünsche der Konzerne zu befriedigen. Da heben sie gerne die Hand unsere Volksvertreter. Vom reduzierten Mehrwertsteuersatz für Hotels habe ich als Verbraucher nichts gespürt. Ärzte und Pharmalobby dürfen ebenfalls gerne kräftig zulangen. Der Verbraucher will ordentlich informiert werden, aber auf die Verpackung kommen Lügen, gegen die Grimms Märchen ein Tatsachenroman sind. Jetzt kommt der nächste Hammer, die Bespitzelung der Bürger über den Umweg des Urheberrechtes. Am 30. Januar hatte ich ja auf eine Seite verlinkt, die mit diesem Video dieses Bespitzelungsgesetz erklärt. Wie die Bundesregierung mitgeteilt hat, soll dieser Mist verabschiedet werden. Die Schnarre selbst (!) hat ihn im Kabinett eingebracht und als sie merkte, was damit alles möglich ist, bekam sie kalte Füße. Aber Augen zu und durch.

Im alten Athen gab es den Ostrakismos. Es war das „Scherbengericht". Da hatten die Bürger die Möglichkeit, alle Jahre das größte Arschloch der Stadt für zehn Jahre zu verbannen. Wer früher zurück kam, wurde zum Tode verurteilt. Der Betroffene musste die Stadt innerhalb von zehn Tagen verlassen. Das war direkte Demokratie. Meine Liste würde für einige Jahre reichen. Ziemlich oben stünde z.Z. Ackermann, Middelhoff, Hundt, aber auch ein Schröder oder Müntefering. Meine Hoffnung lege ich in die Piratenpartei, die das per Internet recht schnell organisieren könnte.
ACTA in den Müll, den Ostrakismos sofort umsetzen - das wäre optimal. Also auf ihr alten Griechen, besinnt Euch dieses alten Brauchs.

Es gibt doch tatsächlich Leute, die sich wundern, dass das mit dem Sparen in Griechenland nicht klappt. Man senke die Löhne, reduziere die Renten, erhöhe die Mehrwertsteuer und stehe dann mit offenem Mund vor der leeren Ladenkasse und wundere Dich. Der Brüning hat das ja auch versucht und anschließend kam der Hitler .... Das ideale Rezept, um jeden Staat in die Krise zu führen, das hat diese Merkel drauf. Ich wüßte mal gerne, welcher Vogel ihr da ins Ohr flüstert und Unsinn redet. Ist das vielleicht der? Die, die wenig haben, bekommen es genommen und die, die viel haben bunkern die Kohle in der Schweiz oder sonst wo. Toll dieser Kapitalismus.

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Montag, 13. Februar 2012

Unser neuer Verbündeter: Al-Kaida

Unser idiotischer Afghanistaneinsatz wird mit dem Kampf gegen Terror und Unterdrückung und für Freiheit und Demokratie begründet. Schulen, Frauenrechte und Pumpen (Wasser-) waren das mal. Das Schreckgespenst heißt ja Al-Kaida und dafür darf dann das vorzugsweise ostdeutsche Präkariat sterben. Wie gesagt, das ist die Begründung. Mit den gleichen Worten stehen wir ja auch fest zu der syrischen Opposition, die Baschar al-Assad weghaben will, weil er ein grausamer Despot ist und gegen sein eigenes Volk kämpft, das - weil es anscheinend zu doof ist, blöderweise zu 55% hinter ihm steht. Das dort Religionsfreiheit herrscht, interessiert auf einmal keinen mehr und dass die syrischen Frauen dort alle Rechte haben, ist uns auf einmal auch ziemlich egal. Der Assad hat es irgendwie verkackt, weil er die falschen Freunde hat und blöderweise Syrien im Korridor zum Iran liegt.

Unverschämterweise haben die blöden Russen und die hinterhältigen Chinesen sich nicht zum zweiten Mal hinter die Fichte führen lassen und im UN-Sicherheitsrat nicht für die Vernichtung Syriens gestimmt (bei Ghadaffi ging das noch so schön). Die Vettel Clinton hat anschließend hyperventiliert und unsere Qualitätspolitiker stehen alle treu zur großen weltpolitischen Allianz der Guten. Die demokratischen Musterstaaten Saudi-Arabien und Katar werden es schon richten. Dort ist die Kohle und die moralische Unterstützung kommt von? Na, von wem wohl? Von Al-Kaida. Ist das nicht schön, solche Verbündete zur Seite zu haben? Der Oberdruide von Al Kaida, Aiman al Sawahiri (der hat an der Stirn keinen Kopfschuss, was man als erstes annehmen könnte, wenn man seine Sprüche so hört, sondern eine Zebibah), hat schon gesagt, wie er sich Friede und Freiheit vorstellt. Vor einem Vierteljahr hat er noch den USA gedroht und jetzt kämpft er Seit an Seit für ein freies Syrien. Kommt uns das nicht bekannt vor? Die USA züchten ja immer ihre eigenen Monster, die sie braucht, um die Rüstungsindustrie am Laufen zu halten. Erstaunlich ist allerdings, dass auf einmal die amerikanische Verlagsgruppe McClatchy unter Berufung auf die CIA bekennt (hier ein diesbzgl. deutscher Artikel), dass die Anschläge von Aleppo und Damaskus auf das Konto von Al-Kaida geht, die ja unsere Qualitätsmedien (hier die Tagesschau) natürlich dem Assad in die Schuhe geschoben hat. Und man staune, sogar der Vatikan macht sich um seine Schäfchen Gedanken, für die in einem Post-Assad-Staat leider kein Platz mehr sein wird. 

Gestern Abend brachte der Chef aller Gutmenschen, Dieter Moor, einen Bericht über die syrische Schriftstellerin Samar Yazbek. Sie konnte über ihre Gräuel mit den Folterknechten von Assad  berichten und lebt jetzt im Exil. Bin mal gespannt, was die gute Dame schreibt, wenn ihr geliebtes Syrien von Al-Kaida befreit worden ist. Dies nur zu meiner Erinnerung. 

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Montag, 06. Februar 2012

Die Wiege der Demokraten

Um es gleich zu sagen, mir kommt das Essen hoch, wenn ich an die Phalanx der Scheinheiligen dieser Welt denke. Wenn ich schon diese Clinton sehe, wird mir übel. Da sitzt sie im „Warroom" und ist tief betroffen, wenn angeblich Bin Laden abgeschlachtet wird und im Fall Syrien ist diese Vettel an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Das schlimme, unsere gesamte Presse scheißt auf den gleichen Haufen. Dass der Kleptokratenstaat Russland und der menschenverachtende chinesische Autokratenstaat China uns zur Zeit noch über die Zeit retten, ist zum Mäusemelken. Jeder Furz der Einpersonenliga „Beobachtungsstelle für Menschenrechte" findet Eingang in unsere Medien und bestimmt unsere Meinung. Erfreulich ist nur, dass alle Leserbriefe zu diesen Artikel von einer kritischen Leserschaft so kommentiert werden. Wer sich nur ein bisschen mit diesem Thema genauer befasst, weiß, dass wir grandios auf den nächsten Waffengang vorbereitet werden. Nur die Russen haben jetzt gemerkt, dass sie in Libyen verarscht wurden und bei Syrien passiert ihnen das jetzt nicht mehr. Hier eine unverdächtige Quelle (weil das von einer britischen Militärseite stammt) die wissen was so passiert: Britische und französische Spezialeinheiten trainieren die „friedlichen" Rebellen. Es lohnt sich, die Links auf dieser Seite zu besuchen. Interessant der Shadow war in Syria. Die Briten haben ein unverkrampftes Verhältnis zu ihren Truppen und da wird offen über einen Waffengang gesprochen. Die schwuchteln nicht rum, sondern berichten, dass die Geheimdienste dort ihren Job tun („MI6 and the CIA are in Syria to infiltrate").

Die USA blockiert absolut alles, wenn es gegen Israel geht und die stellen sich jetzt als die Obersaubermänner hin. Saudi Arabien, der Unrechtsstaat par excellence (Platz 161 von 167 beim Demokratieindex) sorgt sich um die demokratischen Rechte in Syrien. Geht's noch? Katar: Platz 138! Das sind die Verbündeten der freien Welt. Das widert nur noch an. Bald tritt Plan B in Kraft. Da interessiert keinen mehr was die UN oder sonst wer was sagt. Dann wird gerettet! Die aus dem Irak abgezogenen US-Truppen sitzen in Malta und warten auf den Einsatzbefehl. Hochachtung, dass es noch Leute in Deutschland gibt, die den Mut haben, etwas gegen dieses Syrienbashing zu sagen. Danke Prof. Meyer von der Uni Mainz. Die öffentliche Meinung wird auf „kriegsbereit" gebürstet. An unsere Mainstreampresse: Macht euch nix draus, das hat die Presse vor dem ersten und zweiten Weltkrieg auch gemacht: Jeder Stoß ein Franzos', jeder Schuss ein Russ'! Jetzt muss eben Syrien dran glauben, wen juckt es?

WARUM MACHT UNSERE PRESSE DAS ALLES MIT? Wir belegen mittlerweile Platz 16 im Ranking der Pressefreiheit. 2002 war es noch Platz 7. Die Tabelle listet 139 Staaten. Luft nach unten gibt es ja noch. Die USA hat es mittlerweile auch schon auf Platz 47 gebracht mit deutlicher Tendenz nach weiter unten. Tolle Demokraten haben wir als Vorbild, die den Wikileaks-Informanten Mannings lebenslang verurteilen wollen und Guantanamo in Betrieb halten (Wahlversprechen Obama?). In Sachen Demokratie brauche ich keine Clinton. Colin Powell hat die UN in Sachen „Massenvernichtungswaffen" schon einmal verarscht und Ratschläge von dem Pack aus Katar und Saudi-Arabien brauche ich erst recht nicht.

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Samstag, 04. Februar 2012

Einfach grandios

Heute wird nicht gemotzt, sondern nur auf dieses Interview mit Eric Hobsbawm hingewiesen. Es ist das beste, was ich seit langem gelesen habe. Man freut sich ja immer dann, wenn jemand etwas in Worte fasst, was man genau so empfindet. Ich teile absolut diese Meinung. Am besten hat mir sein Bild mit den Krankenschwestern gefallen: aufgeschreckt wie Krankenschwestern eilen die Politiker ans Bett des Kapitalismus und tun so, als ob sie etwas täten. Besser geht es nicht.

Mein Schwager hat dazu geschrieben: Krisenzeiten: Hochkonjunktur für Schwarzseher, Mahner, Rufer in der Finsternis, Hellseher, Unheilbeschwörer und Wachtturmwärter.
Hocken mit ihrem Arsch bis zum Hals in der Sahne und jammern aus Angst, ihr Geld könnte mal weniger Wert sein und sie müssten sich die Brötchen wieder selber holen gehen.


Da ist vielleicht manches Wahre dran, aber wenn alte Männer wie Hobsbawm oder
Stéphane Hessel, die nicht wie meine Generation im Nachkriegszoo gehegt und gefüttert wurde, so etwas schreiben, dann ist das Ernst zu nehmen. Ich verspreche Euch, die die das lesen werden es noch erleben.

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Freitag, 03. Februar 2012

Die spinnen, die Spinndoktoren

In den letzten Wochen habe ich mich über das Syrien-Bashing unserer Qualitätsmedien geärgert. Wer mit dem Sektglas in der Hand über Assad herzieht, ist bei jedem Smalltalk auf der sicheren Seite und das ohne Unterschied ob rechts, öko oder links. So hatte ich vor vier Wochen geschrieben. Unsere Medien machen die Meinung. Wer das Verb „berichten" im Zusammenhang mit „Presse" benutzt, hat den Schuss noch nicht gehört. Die Zeiten, wo die Presse mit echten Reportern von irgend etwas berichtet, die sind längst vorbei. Die Redaktionen sind leer und irgendwelche Dauerpraktikanten (die heißen dort Volontäre) verarbeiten mit copy + paste die Agenturmeldungen der DPA zu Presseartikel, die wir dann anschließend glauben. Die DPA selbst, schreibt das ab, was die selbsternannten Führer in London in alle Welt faxen (hier steht, wie das geht). Wenn ich jetzt schreibe, dass Assad die Mehrheit seines Volkes hinter sich hat, dann fliegen schon virtuelle Südfrüchte in meine Richtung, weil das nicht in das, von unseren Medien erzeugte Denkschema passt. Wenn es einer, wie Todtenhöfer, doch mal schafft und ein differenzierteres Bild zeichnet, dann ist es erstens eine Nadel im Heuhaufen und ausschließlich der Tatsache zu verdanken, dass dieser Mann bekannt ist. Andere fliegen sofort durch die Pendeltür, wenn sie mit einem Bericht aufwarten würden, dass die Rebellen Erdölleitungen und Gleiskörper sprengen und die sogenannte freie syrische Armee sich größtenteils aus den von Libyen eingeflogenen Mudschaheddin und Al Qaida-Kämpfern rekrutiert, die großzügigerweise von unseren Verbündeten in Katar unterstützt werden und die den Auftrag haben, das Regime zu destabilisieren.

Interessanterweise hat eine Stiftung, die Quatar foundation, eine Studie veröffentlicht, die hier runtergeladen werden kann und da liest man auf Seite 11 (Fußnote), dass 55% der Syrer Assad unterstützen. Wo sind jetzt unsere gutmenschelnden Demokraten, die so gerne die Mehrheitsmeinung respektieren (... allerdings nur, wenn diese in den eigenen Kram passt)?

Ich kann sogar mit noch besseren Dingen aufwarten. Unsere Spindoktoren bereiten eine Meinung vor. Bestes Beispiel ist eine Meldung wie diese. Also wird Israel demnächst (im Bericht heißt es April, Mai Juni) den Iran angreifen. Dann kommt es nicht überraschend, denn unsere Medien haben das ja quasi schon kommen sehen (selffullfilling prophecy nennt man das) und weil das schon vorher laufend zu lesen war, ist jeder froh, wenn es endlich passiert. (Das ist der Wulffgewöhnungseffekt: da könnte jetzt noch rauskommen was will, es interessiert keinen mehr. Jeder wartet auf die nächste Sau im Dorf).

Warum darf Israel das? Weil der böse Ahmadinedschad in Kürze die Atombombe hat und dann alles zusammenbombt, was da kreucht und fleucht. Rettung in letzter Sekunde (das Zählwerk bleibt bei 007 stehen). Dank dem Internet (deshalb soll ja auch mittels ACTA dieses Medium platt gemacht werden, wenn es nach diesem christdemokratischen 'Schloch ginge) kann man ja mal unsere recherchewütige Presse durchforsten und siehe da, wir finden einen Bericht im SPIEGEL. Iran steht offenbar kurz vor Bau einer Atombombe, heißt es da und das Qualitätskäseblatt FOCUS ist da schon einen Schritt weiter: Iran hat die Atombombe. Jetzt schaut mal auf das Datum. Der Spiegelbericht ist acht Jahre und der vom FOCUS über 18 Jahre alt. Das nenne ich Qualitätsberichterstattung. Noch Fragen? Spin doctor schreibt man zutreffenderweise besser so: Spinndoktor.

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Donnerstag, 02. Februar 2012

Unser goldiger Planet

Noch finde ich nicht den richtigen Ansatz, um die katastrophale Wirtschaftspolitik der EU zu kommentieren. Gestern dann dieser Bericht bei Plus-Minus (knapp 5 Minuten), wo der einzige wahre Ökonom, Heiner Flasbeck, mal sagt, was Sache ist. Ihn zusammen mit dem eher unsinnigen Sinn zu sehen, das schafft nur einer, der mehr verwirren, als aufklären will. Fragt mich mal anschließend, was das Fazit dieses Beitrags war! Nee, fragt mich nicht, denn ich bin nicht dahinter gekommen.

Vielleicht nur einen Satz daraus: Die Schulden des einen, sind die Guthaben des anderen. Das ist so simpel, aber weil es so simpel ist, verstehen das die meisten nicht. Fangen wir mal an. Wie - bitte schön - soll ein Staat seine Schulden zurückzahlen? Geld ist, rechtlich gesprochen, ein Schuldschein der Zentralbank. Die Staatsanleihen sind Schuldversprechen des Staates. Er kann diese nur mit Schuldversprechen der Zentralbank zurückzahlen. Es findet also nur ein Austausch von Urkunden statt. Diese ganze Schuldendiskussion ist so verfahren, weil sie nur einseitig (auf der Sollseite) geführt wird. Ich wiederhole mich, wie noch so oft, weil es keiner bis jetzt verinnerlicht hat, dass wir in einen gigantischen Zusammenbruch des Währungssystems reinrauschen, wenn nicht endlich mal begonnen wird, sich mal die Besitzer des Geldvermögens anzuschauen. Da wird erstaunliches festgestellt werden. Es sind Unsummen, die die Mafia aller Länder da eingeschleust hat: durch Drogen- oder Waffenhandel, illegale Geschäfte aller Art, Schwarzgeld und diese Schattenmänner mehren tagtäglich durch Zinseinnahmen ihr Vermögen, die der kleine Mann erwirtschaften muss. Dem wird erzählt, dass der faule Grieche mit 50 in Pension geht und den ganzen Tag in der Taverne sitzt.

Unser Geldsystem ist so aufgebaut, dass es eben nicht für die Ewigkeit geschaffen ist. Wer diese Idiotie noch immer nicht kapiert hat, dem sei die Geschichte mit dem Josephspfennig empfohlen, die ich hier mit aktualisierten Zahlen demonstrieren will. Ein Euro bei Christi Geburt angelegt und zu 4% verzinst, ergibt nach

      1 Jahr                                                                                         1,04 €
    10 Jahren                                                                                     1,48 €
  100 Jahren                                                                                   50,50 €
1000 Jahren                                                107.978.999.416.660.000 €
2000 Jahren     11.659.464.315.023.100.000.000.000.000.000.000 €
2011 Jahren     17.949.209.634.223.200.000.000.000.000.000.000 €
2012 Jahren     18.667.178.019.592.100.000.000.000.000.000.000 €

Diese Zahl ist so unvorstellbar groß, dass ich sie mal veranschaulichen will. Die Erde hat ein Volumen von 1.083.319.780.000 km³. Ein Kilobarren Gold hat (spez. Gewicht von 19,32 g/cm³) ein Volumen von 51,6 cm³ und kostet z.Z. 56.326 €. Wäre die Erde eine Goldkugel, hätte diese einen Wert von
1.178.888.431.014.370.000.000.000.000.000,00 €
das bedeutet, dass Ende 2011 die Geldmenge 15.226 Erden aus Gold entsprochen hätte und bis Ende des Jahres als Zinsen die Goldmenge von 609 Golderden nötig wären. Wer da noch sagt, unser Wirtschaftsystem ist - wie man bei den Ökos sagt - nachhaltig, der ist reif für die Klapse. Der Reset kommt - so sicher wie das Amen in der Kirche. Dann fangen wir mit dem gleichen Mist von vorne wieder an? Wie oft soll das noch gehen?

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Mittwoch, 01. Februar 2012

Niedersachsen …

... ist zwar das Bundesland der Pferde (schließlich trägt das Land auch ein Pferd im Landeswappen), deswegen besteht aber noch lange keine Notwendigkeit, auch eins im Landtag zu haben. So schrieb der szonlineleser in einem Leserbrief zu diesem Artikel. Ich habe schallend gelacht. Die Abfuhr weckt Hoffnung, dass noch nicht alle verbliebenen Mitglieder der einst stolzen sozialdemokratischen Partei mit dem Klammerbeutel gepudert sind. Die Leserbriefe sind herrlich dazu. Ich kann nur hoffen, dass die Infantin namens Müntefering das gleiche erfährt, oder sind alle Mitglieder im Unterbezirk dort schon so altersschwach, dass sie auf diese Dame zurückgreifen müssen? Hier machen sich zwei schon darüber lustig.

Wir können ja so eine Art Erbdemokratur einführen. Ich stelle mir dabei vor, dass verdiente Staatsmänner ihr Lebenswerk durch die jüngere Drittfrau weiterführen lassen. Der Posten des Bundespräsidenten wird ausschließlich an Frauen vergeben, die mit einem Kanzler oder Vizekanzler verheiratet sind. Das erspart unnötige Diskussionen über die Eignung. Basta! Für Kanzlerinnen und schwule Kanzler oder Vizekanzler gilt das Gesetz dann sinngemäß. Der Mronz macht doch eine gute Figur, oder nicht?

Fast hätte ich es vergessen. Hier hat jemand die Wahrheit gesagt zu diesem xxx. Die Auflösung ist bei 2:06 in diesem Video zu erfahren.

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Abgelegt unter: Dobrindt, Schröder-Köpf, Doofbrindt, Michelle Müntefering, Mronz

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