Beiträge zum Stichwort »Guttenberg«

Dienstag, 29. November 2011

Gefährliche Krankheit diagnostiziert: Megalomanie

Schon beim Ersten Auftauchen des Hochstaplers war ich mit meinem Blog dabei, als die schon längst überfällige Alleswisserin Höhler (wieso hat die eigentlich die beiden Pünktchen über dem „o"?) noch eine tolle Analyse bei BZ abgeliefert hat (da bekam die noch Geld für!). Es lohnt sich, diese nochmals zu lesen! Ich habe hoffentlich in Zukunft keinen Anlass mehr, mich über diesen Schloch aufzuregen. Ich erkläre aber jeden für verrückt, der nur einen Eurocent für diesen geistigen Dünnschiss ausgibt, hoffe aber, dass sein nächstes Buch den gleichen Titel trägt, aber nur das Wörtchen „vorerst" fehlt.

Der Mann leidet unter Megalomanie und dem müsste geholfen werden und zwar bevor er mit der Hand im Revers in der Klapse rumrennt und behauptet Napoleon zu sein. Wenn mein Freund Peter Borsdorff mal für den sammelt, dann gebe ich auch was!.

Gestern habe ich mich über Pressefreiheit ausgelassen, hatte aber noch nicht diesen Link gefunden. Harald Schumann berichtet da von der inneren Pressefreiheit des SPIEGELs.

Zum Abschluss ein Kalauer: Wie heißt die Steigerung von hohl? Nein, nicht höhler, sondern Gertrud und weil wir gerade dabei sind. Dieser Mann sieht nicht nur aus wie Lodda, sondern scheint auch seelenverwandt zu sein. Lodda hat die gleiche Krankheit: er meint auch, er sei der größte (Trainer aller Zeiten).

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Samstag, 05. März 2011

Bajuwarisches Joch

Meine atheistische Einstellung, besser mein vollständiges Unvermögen, Religionen auch nur im Ansatz zu Verstehen, verschließt mir Gedankengänge, die ich mir deshalb schwer erarbeiten muss. Ich sehe dadurch den Guttenberg-Hype ganz anders, als die bajuwarischen Muhackl. Für die ist der Entdokterte so eine Art Heiland-Ersatz, Gottes Sohn, der bayrisch redd. Im Land der Meineidbauern, Wilddieben und anderen Kuriositäten ticken die Uhren nicht nur anders, sondern auch das Wertesystem. So nimmt es nicht Wunder, dass einer wie Adolf Hitler dort seine Heimat hatte. Der Fall Guttenberg ist für diese Welt symptomatisch. Das Delikt als solches wird doch von einem echten Bayern überhaupt nicht verstanden. Geistiges Eigentum? Abschreiben? Kobbie änd Päist? Das sind doch Delikte, mit denen man dort auf Unverständnis stößt. Real ist: Da wird ein Bajuware von den Saupreißn in die Zange genommen und da wird die Wagenburg gebaut: „Mir möin deshalb a zammahalten. Wenn's sa mou, dann mous halt sa."

Würde man eine Umfrage machen, ob der Hochstapler heilig gesprochen werden sollte, dann würde ich jede Wette eingehen, dass eine eindeutige Mehrheit dafür wäre. Es gibt eben Dinge, die sich einem antiklerikalen und republikanischen Freigeist nicht erschließen. Nach dem Neoliberalismus kommt jetzt der Neofeudalismus, die Wiedereinsetzung des Adels - weltweit. Bin ich noch auf die französische Revolution stolz, die kurzerhand die Blaublüter und Pfaffen „à la lanterne!" aufgeknüpft hat, so kommen mir jetzt (fast) die Tränen, wenn ich lese, dass da ein Prinz William eine Kate Middleton ehelicht und weltweit mit Rekordeinschaltquoten gerechnet wird. Am liebsten würde ich laut schreien, Mensch, wacht doch mal auf, ihr geht in die falsche Richtung! So bleibt mir nur ein Kopfschütteln, Motzbloggen und die Gewissheit, dass ich verschieden Entwicklungen nicht mehr zu erleben brauche. Alter hat doch was gutes.

Wir waren bei der französischen Revolution. Sie brachte uns Napoleon und dessen Niederlage uns Pfälzer das bayerische Joch, dass wir über hundert Jahre tragen mussten. Vielleicht erklärt das meine Idiosynkrasie gegen alle diese bajuwarischen Gestalten, die in Berlin die Uhren in die andere Richtung gehen lassen wollen. Ein Innenminister Friedrich hat kein geistigen Horizont und das wird er uns zukünftig tagtäglich demonstrieren.

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Mittwoch, 02. März 2011

Geht da ein Lügner oder ein Märtyrer?

  
P.S. Hatte gerade den Eintrag geschrSo lautet die heutige Sendung bei Plasberg. Es wird an der Dolchstoßlegende gebastelt. So eine Frage überhaupt zu stellen! Wenn der Entdokterte dieses liest, glaubt der wieder an die Ungerechtigkeiten der Welt, die ihn aus der Bahn geworfen haben. Um es mal klar zu sagen. Der Vogel hat immer nur das zugegeben, was schon offensichtlich war. Er hat Fehler eingeräumt, aber keine Schuld. Sogar seine Rücktrittsformulierung war eine Unverschämtheit. Sogar der Deutsche Journalistenverband hat diesbezüglich was verlautbart. Dieser Hochstapler hat nicht mal in Ansätzen Schuld eingeräumt oder Reue gezeigt. So lange er behauptet, dass seine „Doktorarbeit" kein Plagiat sei, so lange ist er noch nicht aus dem Schneider. Bin mal gespannt, was die Uni Buyreuth sagen wird. Hier noch ein schöner Hintergrundbericht, hier ein Kommentar und ein Stoßgebet von mir, dafür habe ich sogar meinen militanten Atheismus für Sekunden abgestreift: „Lieber Gott, verhindere, dass ein Doofrindt Verteidigungsminister, überhaupt jemals Minister wird. Wenn das nicht zu vermeiden ist, dann bitte nur bei den Bajuwaren. Das gleiche gilt für den unsäglichen CSU-Landesgruppenchef, dem man anscheinend auch das Hirn ausgepustet hat („was mich so bedrückt,.."). Und weil wir gerade so schön dabei sind, könntest Du nicht die Bayern ..."
Über den Bundeslügner werden mal seine Töchter Anna und Mathilde richten - und nicht seine Spindoktoren.

Ich freue mich jedenfalls, dass ich einen solchen Arsch nicht als Vater hatte und bin froh, wenn mich meine Kinder auch nicht als einen solchen Arsch sehen.

 

Ich hatte das gerade geschrieben, da lese ich, dass o.g. Friedrich Innenminister werden soll. Na Prost Malzeit. Der hat mir in der Sammlung gerade moch gefehlt. Ich gehe mal schnell brechen. 

 

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Samstag, 26. Februar 2011

Dr.a.D. Guttenberg auf die Couch

Heute mal einen Eintrag, der meinen Philosophenfreund Peter erfreuen wird. Zuerst soll man aber dieses ausgezeichnete Interview mit dem Staatsrechtler Prof. Oliver Lepsius gesehen haben. Daraus zitiere ich jetzt folgenden Satz: „Er [der Entdokterte] stellt eine Dissonanz fest, zwischen dem was er objektiv getan hat und was er subjektiv getan haben will. Das ist absurd. Wie kann jemand etwas tun und nicht wissen, was er tut?" und später bemerkt Prof. Lepsius: „Mich würde die Einschätzung eines Psychologen interessieren, was ein Psychologe in einem solchen Fall von Wirklichkeitsverdrängung meint." Ach tut das gut, wenn ein Mann Charakter hat und nicht rumeiert wie der Präsident der Uni, Rüdiger Bormann, oder noch schlimmer, der Dekan der ReWiFuck Markus Möstl, aber über den habe ich mich ja schon ausgelassen. Prof. Lepsius hat einen Betrüger „Betrüger" genannt und das ist gut so. Chapeau, Herr Prof. Lepsius.

An diesem Beispiel kann man festmachen, dass beim Großen Plagiator die Realität nicht zu seiner Wirklichkeit wurde, oder wie Lepsius ausführte: „seine Wahrnehmung von dem was er getan hat, divergiert von dem, was er objektiv getan hat."

Mein Fazit: Dem Mann muss geholfen werden. Der gehört auf die Couch und nicht auf einen Ministersessel. Denn dort hat der nichts verloren. Um mit Lepsius zu sprechen: „Das politische Berlin muss sich schon die Frage stellen, ob jemand das Amt eines Bundesministers ausüben kann, der X tut, aber in Abrede stellt, dass er X getan hat. ... Wenn er in diesem Fall nicht wusste was er tut, weiß er es dann in anderen Fällen?"

An Peter: In diesem Falle denke ich nicht, dass das Nichtdenkbare existiert

 

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Freitag, 25. Februar 2011

Eilmeldung: +++ Guttenberg bekommt überraschend Oscar

Überraschung in Los Angeles. Wie ich soeben von meinem Auslandskorrespondenten Dr. Snuggles erfahren habe, bekam Dr a.D. von hinten oben unten und zu Guttenberg überraschend einen Oscar für das „beste Drehbuch". Ich habe mir den Film reingezogen, die 5:43 Minuten waren schlichtweg grandios. Das filmische Moment - na ja - vielleicht bin ich zu actionverwöhnt, kommt etwas kurz, geht aber eine symbiotische Allianz, fast könnte man es laokoonisch nennen, ein, mit der gewaltigen epischen Sprachkraft, die seines gleichen bestimmt googlisch sucht. Bewundert selbst, aber nicht zwischen Tür und Angel, sondern sucht den Kairos, genießt in vollen Zügen bei einem Käffchen oder eine Gläschen Wein diesen Clip.

Gefreut hat mich, dass der Deutsche Hochschulverband nach meiner gestrigen Anmahnung - da kann man mal die geballte Bloggerkraft sehen, sich zu einer Pressemeldung durchgerungen hat, zu der dieser Link führt. Bei der Rückmail wurde ich zum Professor gemacht. So hat sich Deutschland geändert. Wir werden österreichischer oder buyreuthischer. Einen Moment nicht aufgepasst und schon haste einen Titel an der Hose hängen, ob de willst oder nedd.

Da Frau Merkel keinen wissenschaftlichen Assistenten sucht, ist der nächste Clip der Bundesregierung etwas akademisch. Aber damit erklimmt Frau Merkel adenauersche Höhen. Sein Bonmot „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" zugeschrieben, kann Frau Merkel toppen. Hier ihr Geschwätz vom April 2008.
    

Die charakterlichen Eigenschaften des Entdokterten kann man an seinem Verhalten zu seinem Doktorvater Peter Häberle festmachen. Dieser hat in der ersten Stunde nibelungentreu zu ihm gestanden ("er war einer meiner besten"). Dann bekam er vom großen Plagiator einen reingesemmelt, als der feststellte, was für einen Blödsinn er geschrieben habe, für den unser Häberle ein "Summa cum Laude" gegeben hat. Häberle ist auf Auslandsreise, nicht erreichbar. Ich möchte nicht in der Haut von ihm stecken - obwohl, dieser Artikel spricht nicht so gut über ihn. Wie der Herr, so's Gescherr? Das hätte sich der Häberle bestimmt nicht gedacht, als er das einst schrieb.

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Donnerstag, 24. Februar 2011

Es gibt wichtigeres auf der Welt ...

... als die Doktorarbeit vom Guttenberg. So argumentieren alle die, für die dieser Hochstapler die Lichtgestalt ist. Das Warum hat sich mir bis zum heutigen Tag noch nicht erschlossen. Klar gibt es wichtigeres. Einen Teil haben die Libyer hoffentlich bald erledigt, nämlich den Wunsch Gaddafis, als Märtyrer zu sterben. Damit keine ähnlichen Verhältnisse bei uns einreißen, müssen wir was tun und denen das Handwerk legen, die uns verarschen wollen. Nach der Nummer im Bundestag (Der Trittin war neidlos gut!) geht ja jetzt alles seinen Gang. Als erstes bekommt die BILD ihr Fakelaki. diesen schönen Werbeauftrag. Eine Hand wäscht die andere. Die Peinlichkeiten enden nicht - mit den 87% im Rücken. Als Erfolg werte ich aber jetzt die Bereitschaft der Uni Freiburg, doch den Plagiatsvorwurf zu prüfen - im besonderen Fall ist das ja ganz, ganz schwer - so einem jungen Familienvater und Kreisquadrierer Schummeleien zu unterstellen. Die haben ja bis jetzt immer gemacht, was Dr. a.D. wollte. Hervorgetan hat sich da besonders der Dekan der ReWiFak, der ein eingefleischtes CSU-Mitglied sein muss. So ist es mir jedenfalls vorgekommen, weil der mit Kopfschütteln und Nicken bei der Pressekonferenz mehr als deutlich seine Unterwürfigkeit zu einem gewissen Frhr. zur Schau getragen hat. Vielleicht hat der gedacht sein Herr und Meister guckt zu und bewertet die Mimik? Eine große Enttäuschung für mich ist der deutsche Hochschulverband, die auf ihren Treffen immer tolle Resolutionen (hier und hier) verfassen und dann schweigen, wenn mal einer als bestes Beispiel an den Pranger gestellt werden könnte. So sind die selbsternannten Wertebewahrer. Wenn es mal drauf ankommt, .... oder hat da jemand eine Presseerklärung des Verbandes gefunden? Ein Leser hat mich auf einen weiteren "Kommentar" von Gossen-Goethe hingewiesen, der genau das Gegenteil dessen beinhaltet, was er gestern schrieb. Ja, wenn der Meister ruft, dann wechselt man ganz schnell die Meinung - und dieser Schizo läuft auch noch frei rum!

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Dienstag, 22. Februar 2011

Hoppla, hier bin ich!

Ich habe letzten Samstag mal im Kaminzimmer meines Schlosses gesessen und habe zu mir gesagt: „Mensch Freiherrr", habe ich wirklichst zu mir gesagt, „schauen Sie doch mal in Ihre Summa cum Laude , 475 Seiten starke Doktorarbeit mit über 1.200 Fußnoten, die so voller Plagiate sein soll." Als Mann der Tat, der sofort Taten folgen lässt, habe ich sie höchstpersönlichst aus dem Regal geholt, d.h. kein Gesinde belästigt und mal aufgeschlagen und reingeguckt. „Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester" habe ich zu mir gesagt (manchmal duze ich mich sogar), „was hat man Dir da, Entschuldigung, was steht da für nen Blödsinn und Peinliches? Wie kommt das da hinein? Habe ich da eventuell vielleicht fraglos den Überblick verloren? Vielleicht hätte ich damals doch ein paar Euro mehr anlegen sollen? Aber was soll's - dumm gelaufen - der TäuschungsVersuch war's wert."

Wie gesagt, das war am Samstag. Heute sitze ich im Verteidigungsministerium und bin immer noch der beliebteste, wenn nicht sogar bestimmt der einzige beliebte Minister im Lande, weil ich so autistisch, ääh ‚ 'tschuldigung, authentisch bin. Gott hat mir dieses Amt und jetzt auch Verstand gegeben. Ich bin wieder Freiherr von Oberschlau und feuere jeden, der für meine Fehler verantwortlich zu machen ist. Blöd nur, dass ich mein schönes Käppi mit dem Dr. drauf nicht mehr tragen will/darf. Aber der Steuerzahler stickt mir ein Neues und da steht nicht Frhr sondern Freiherr drauf - so viel Platz muss sein!

So oder ähnlich und das gespielt von Mathias Richling - das wäre einfach herrlich. Hier noch einige gute Artikel - sogar von unserer Quaölitätspresse. Loben möchte ich mal die FAZ, denen ich diese Härte nicht zugetraut habe. Chapeau! Im aufgeführten Link kann man gut erkennen, dass Münchhausen auch weiter frech wie Dreck ist. Mit dieses Arroganz hat der das Zeug zum Führer: Das ist der totale Krieg.

STERNSZFAZ, Ein sehr gehaltvoller Artikel, der die Tragik um den Neofeudalismus beschreibt, hat Peter Bürger (der Name passt) hier verfasst.

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Sonntag, 20. Februar 2011

Felix Krull zu Guttenberg

Eigentlich wollte ich über den Lügenbaron erst nach dessen Rücktritt wieder was schreiben, aber dann lese ich einiges, was mir die Zornesröte ins Gesicht treibt. Es ist die Unverfrorenheit des schwarzen Lagers, mit der dieser ungeheuere Regelverstoß als Bagatelle abgetan wird. Beispiele aus Zeitungen:  

Bundesagrarministerin Ilse Aigner lobt Guttenberg als «überzeugend, glaubwürdig, integer».

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe Bundestag, Stefan Müller, verlangt, die «Hetzjagd» gegen den Bundesverteidigungsminister müsse jetzt ein Ende haben.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt kritisiert, dass die Opposition „sich mit dem Abzählen von Fußnoten und Anführungszeichen in juristischen Dissertationen“ abmüht. (M.E. ist das der größte Vollpfosten, den die CSU z.Z. im Umlauf hat. F.W.)

Merkel lobt Guttenbergs "offensives" Vorgehen

«Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit seiner heutigen Erklärung eine sehr respektable Haltung gezeigt. Es muss jetzt Schluss sein mit den öffentlichen Anwürfen gegen den Bundesverteidigungsminister», sagte CSU-Chef Horst Seehofer in einer Mitteilung. «Wer jetzt noch weiter Vorverurteilung betreibt, dem geht es nicht um eine Sache, sondern schlicht um eine Kampagne.»

 
Den Vogel schießt sein Bruder Philipp zu Guttenberg ab, als er bei der Verleihung des „Ordens gegen den widerlichen Ernst“ reimte: „Die Doktorarbeit ist verlogen / Hört man’s links von mir laut toben / Als hätt das Land nicht andere Sorgen/ Als Fußnoten" . . . Danach verzeichnet das Protokoll frenetischen Beifall. Jetzt dazu meinen Kommentar - diesmal auch in Reimform: „Bei diesen Schranzen und Wichtigtuer hier im Saal / wäre alles and’re nicht normal.“ Das Münchhausenfestival ist am Montag um 20:15 Uhr in der ARD zu bewundern. Wer das nicht vertragen kann, dem empfehle ich den Clip über den Lügenbaron in der Heuteshow oder die Peinlichkeit in der Bundespressekonferenz mit dem Titel: Was soll der Kokolores.

    

 
Wir haben es hier mit einem Hochstapler (Felix Krull war dagegen ein Waisenkind) zu tun, der schon in seinen ersten Interviews gewaltige Blasen abgelassen hat und aus jedem Furz einen Elefanten machen kann (heute noch auf seiner Homepage):

  

 - sein Familienunternehmen bestand aus 3 Personen und hat sein nicht unbedeutendes Privatvermögen verwaltet

 - seine Tätigkeit als freier Jourmalist bestand aus acht Beiträgen in sechs Monaten als Praktikant

 - seine beruflichen Stationen in Frankfurt und New York waren Praktika in seiner Studentenzeit. Als Anwalt konnte er ja nicht arbeiten, da er kein Volljurist ist.

   

Wenn das schon die FAZ schreibt! Das mit dem Guttenberg war mal wieder eine typisch deutsche Köpenickiade. Wäre alles lustig, wenn dies nicht so symptomatisch für die Qualität unserer derzeitigen Regierung wäre. Gegen den aufkommenden Brechreiz hilft Der ffn - Guttenberg-Song zur Doktorarbeit

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Donnerstag, 17. Februar 2011

Adel verpflichtet – zu was eigentlich?

Trittin hatte den besten Spruch parat: Erstmals hat der CSU-Politiker Guttenberg das Problem, "dass er die Verantwortung auf keinen anderen abschieben kann". Das ist gut formuliert. Unser Gelmann hat diese Vorwürfe als abstrus bezeichnet. In meiner Studentenzeit hat mein Prof. Stützel einen hochkant aus dem Seminar geschmissen, der abgepinnt hatte. Damals war das ja noch Arbeit, heute geht mit „Paste und Copy" geistvolles Ruck-Zuck in einen anderen Besitz über. Wenn alles gerecht zugeht, kann sich Durchlaucht seinen „Doktor" abschminken. Wie gesagt, wenn es gerecht zugehen würde. Mit dem akademischen Titel ist das natürlich so eine Sache. Früher gab es den „Dr. bossl.", die Promotion en passant, wie hier nachzulesen ist. Beispiel: Dr. Franz Georg Strauß.

Geschickter als KT hat es unsere werdende Mutter gemacht. Sie hat ihre Promotion schlichtweg zeitgeistgemäß outgesourct. Aber da redet auch keine Sau mehr drüber. Im übrigen passt dieses Verhalten in die momentane Welt der cleveren Lügner und Betrüger. Man kann doch mal ein Gänsefüßchen vergessen, oder? Außerdem hat der Adel immer auf Kosten anderer gelebt. Sollte sich das auf einmal geändert haben? Gipfel der Dreistigkeit ist, dass man für dieses Machwerk minderer Qualität noch 88 € verlangt! Wem es nach KT's Politsprech dürstet, der kann hier zuschlagen. Was nicht so in unserer Qualitätspresse steht: Zufälligerweise - honi soit qui mal y pense - hat im darauf folgenden Jahr, sein Doktorvater Peter Häberle (Nr. 19 dieser Liste) den Bayerischen Verdienstorden empfangen. Wie war das mit dem Sprichwort „Pack schlägt sich, ..."? Witzig ist, dass dieser Häberle noch - ungeschickt, wie manche unserer Professoren halt nun mal sind - durch seine dummen Bemerkungen unserem Blaublüter eher noch geschadet hat (du Häberle, du!). Der hätte auch besser .. si tacuisses. Außerdem ist das alles eine linke Sauerei, wie ein geistiger Tiefflieger der CSU hier behauptet. Da steckt wahrscheinlich die DDR dahinter - hätte der gleiche Kasper bestimmt früher mal behauptet. Wer jetzt immer noch nicht kapiert hat, wie wir verarscht werden, der möge sich bitte mal bei mir melden.

Summa cum Laude? Nö, summa cum deridere! Wer sich über die Abstrusität von Guttenbergs Vergesslichkeit informiert halten will, der sei auf diese sehr gute Plattform verwiesen, die laufend neues bringt. 

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Mittwoch, 26. Januar 2011

Der wahre Grund der KT Absage in Aachen

Der designierte Ritter ist anderweitig beschäftigt und wie in den Schlachten nach und nach üblich, setzen sich die Oberen etwas in die hinteren Reihen ab, wenn die Feindberührung unangenehm wird. Mit der Fahne voran, das war dann nur noch was für die Gemäldegalerie. Den Platz in der ersten Reihe überließ man eher den nachwachsenden Rohstoffen, wie man heute sagen würde.

So bleiben wir im Bild, wenn die Kaiserstädter Printenfresser statt KT einen Knappen in den Käfig setzen, wie ich hier erfahren habe. Nach meiner Meinung (das ist eine neue Verschwörungstheorie) war das ganze Theater um Gorch Fuck und den afghanischen Brieföffnern nur initiiert worden, um einen Grund zu inszenieren, damit Guttenberg nicht nach Aachen musste. Weshalb? Weil er dann ohne Fluchtmöglichkeit im Käfig hätte sitzen müssen, während - jetzt kommts! - der Langweiler Rüttgers - ja, genau, dieser abgehalfterte Scherzkeks - die Laudatio hält. Ich kann Guttenberg voll verstehen, dass er dies mit allen Mitteln verhindern wollte.

Im übrigen sind jetzt alle schadenfroh, wenn die Lichtgestalt mal etwas ramponiert wird. Das sieht ja fast wie ein Hauch französischer Revolution aus: die kleinbürgerliche deutsche Version von Ca ira!

Wer sich mal etwas genauer mit der Vita dieser Adelssippschaft auseinandersetzen will, sollte dieses Dossier mal lesen. Dann versteht man manches besser, z.B. das Warum des Umbaus der Bundeswehr.

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