Beiträge zum Stichwort »Georg Schramm«

Montag, 20. Februar 2012

Jetzt kommt der Gau ck

Die SPD hat damals der Merkel einen gelappt, als sie diesen Bilderbuchreaktionär Gauck als Gegenentwurf zum Politfuzzy Wulf präsentierte (hier ein toller Artikel von Juni 2010). Das konnte man ja gut, denn man hatte nicht die Mehrheit und es gelang zumindest ein paar Stimmen aus dem gelb-schwarzen Lager rauszubrechen. Das war schlaue Politstrategie. Damit wäre es ja gut gewesen, aber was haben die Sozen jetzt gemacht? Die Nahles hat sofort nachgekartet: „Gauck wäre der bessere Kandidat gewesen" und die SPD meinte, dass dieser Sprengsatz vielleicht nochmals zündet. Aber die Merkel ist in die Falle, die Sigi Pop ihr aufgestellt hatte, nicht reingetreten. Das war wohl nichts mit der scheinheiligen Gemeinsamkeitsstrategie. Spätestens jetzt wird klar, weshalb die „sozial"demokratischen Strategen im nächsten Bundestagswahlkampf die direkte Auseinandersetzung mit Merkel scheuen: sie haben nichts drauf.

Jetzt wird Gauck, der ursprünglich eigentlich überzeugendere CDU-Konservative, an den die Merkel damals nur nicht gedacht hatte, doch noch Präsident und das mit Hilfe der tumben Sozialdemokraten.

Der überzeugende Punktsieg geht voll an die Qualitätskanzlerin. Unsere Lokalpresse hat heute morgen noch mit der Schlagzeile „Reißt Wulff die Koalition in den Abgrund?" aufgemacht. Ja, das hätten die „Wer-hat-uns-verraten" gerne gehabt, aber sie haben ihren Lehrmeister in Sachen Hinterlist gefunden. Nein, es gibt noch einen, der noch nichts kapiert hat: der Freiflieger und Atlantikbrückler Özdemir, der auch ganz gut wulffen kann.

Mein Tipp an die Sozen: Macht endlich mal wieder soziale Politik, jagt die Verräter aus Eueren Reihen und lasst sie nicht durch die Provinz tingeln (so wie den unsäglichen Münte kürzlich in Düren) - oder besteht die Partei nur noch aus dieser neokapitalistischen Lego-Gang?

Weshalb ich nichts von dem Gaukler halte, ist hier gut beschrieben. Mein Kandidat ist und bleibt Georg Schramm, der hier seine Rede an die deutsche Oberschicht schon bestens formuliert hat - aber auf mich hört ja mal wieder keiner.

Nachtrag: Am Abend fand ich diesen netten Kommentar in der TAZ, dem ich mich inhaltlich zu 90% anschließen kann und da stand in einem Leserbrief, dass Gauck ebenfalls Mitglied der Atlantikbrücke ist. Das erklärt diese bescheuerte Kommentierung des noch bescheuerteren Özdemirs. Mit dem Grün? NIE!

Permalink
Abgelegt unter: Georg Schramm, Özdemir, Bundespräsident, Gauck, Sigi Pop, Atlantikbrücke

Mittwoch, 07. Dezember 2011

Särge aus nachwachsenden Hölzern

Das Kabarett im Ersten ist mit dem Nuhrschen Satiregipfel so ziemlich am Tiefpunkt angekommen. Das ZDF hat mit der Anstalt das bessere Händchen, aber ich vermisse die Bösartigkeit von Georg Schramm. Eine neue Hoffnung ist Max Uthof, der aussieht, als wolle er uns den Wachturm oder ein Lieemänn-Zertifickat verkaufen. An ihm gefällt mir, wie er auch die unter kabarettistischen Naturschutz stehenden Grünen aufs Korn nimmt („Grüne Politik heute, das ist die Hoffnung, dass die Särge der deutschen Soldaten aus nachwachsenden Hölzern gezimmert sind"). Mein Freund Peter hat mich auf ihn aufmerksam gemacht. Seinen Tipp gebe ich gerne weiter. Der Stream ist hier.

Permalink
Abgelegt unter: Georg Schramm, Max Uthof

Montag, 07. November 2011

Die Banken kriegen Finanzen - wir die Krise

Wenn die FAZ mal nicht das Geschwätz dieses dummen Hundts nachplappert, dann fragt man sich, was die geritten hat. Die FAZ als linkes Kampfblatt - das ich das noch erleben darf! Hier findet man schöne Statistiken über die wahren Verhältnisse in Deutschland. Was unsere Kanzler Kohl, Schröder und Merkel gemeinsam haben: Den Abbau der „Sozialen Gerechtigkeit". Jetzt demonstriert Sigmar Pop in Rom gegen Berlusconi und hier höre ich nichts überzeugendes gegen die desolate Wirtschaftspolitik unserer Qualitätsregierung. Ein Beispiel: Am Freitag hat der Bundesrat höhere Zahnarzthonorare gebilligt. Das war die erfolgreiche Arbeit des Pharma- und Ärztelobbyisten Daniel Bahr, manchmal fälschlicherweise auch Bundesgesundheitsminister genannt. Hat man da von der SPD was gehört? Privilegierte werden weiter hofiert, der Arbeitnehmer hält den Kopf und Geldbeutel hin (hier auf die Grafik unterhalb vom Sarrazin klicken). Die Qualitätskanzlerin gibt hier schon die Durchhalteparolen aus. „Es wird sicher eine Dekade dauern, bis wir wieder besser dastehen." Wen meint die Kanzlerin mit wir und was ist „besser"? „Besser" ist grammatikalisch der Komparativ von „gut". Wann war denn überhaupt was „gut", das dann sogar noch „besser" wurde? Es muss lange her sein! Jetzt ein bisschen Aufmunterung durch Georg Schramm, der meinen Monatsspruch erklärt.

Permalink
Abgelegt unter: Georg Schramm, soziale Gerechtigkeit

Donnerstag, 02. Dezember 2010

Worte, Sprache und Zorn

Mein Freund und eifriger Leser Hermann S. hat mich nach dem Spielen alter Arbeiterlieder gefragt, warum ich mir die Mühe mit dem Blog mache. Ich habe ihn auf meine schriftliche Antwort in dieser Form vertröstet. Lieber Herrmann, der Matthias Beltz wurde einmal gefragt: „Was wollen Sie mit dem Kabarett bewirken?" Darauf seine Antwort, die analog auch als meine gedeutet werden kann: „Ich möchte die Zuschauer auf ihrem Weg von der Trostlosigkeit über die Hoffnungslosigkeit zur Aussichtslosigkeit begleiten."
Mein Lieblingskabarettist Georg Schramm hat hier den Papst Gregor den Großen zitiert mit dem Satz „Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht." So ist ein Ringschluss erreicht, ein Rezept für christliche Ethik, fürs Kabarett und für politische Opposition zugleich.
Der Untergang der Sprache, als ehemals mächtigstes Schwert gegen Willkür und Despotismus wird zusehends stumpfer (hier der passende Clip). Das Doppeldenk hat sich in unsere Köpfe eingeschlichen. Wenn 53% der Deutschen Wikileaks ablehnend gegenüberstehen, dann kann einem nur der Zorn beschleichen. Dann wundert es nicht, dass wir so eine Regierung haben, wie wir sie haben.

Permalink
Abgelegt unter: Georg Schramm, Wikileaks

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Stuttgart 21

Ich will jetzt nicht auch noch mit diesem Thema im Trüben fischen, das überlasse ich anderen, nämlich Priol und Schramm. Dank meines treuen Lesers Wolfgang R. wurde ich auf die Jubiläumsveranstaltung (50. Montagsdemo) zu Stuttgart 21 hingewiesen, wo Priol und Schramm aufgetreten sind. Es gibt da mehrere Videos, die die hörenswerte halbe Stunde mit den beiden Top-Kabarettisten zeigen. Deswegen stehle ich Euch heute keine Zeit und verweise hier auf das erste Filmchen (die Teile 2 und 3 oben weiterklicken). 

Permalink
Abgelegt unter: Georg Schramm, Stuttgart 21, Urban Priol

Donnerstag, 21. Oktober 2010

New Deal für Deutschland

Zitat: „Wir mussten uns der alten Feinde des Friedens erwehren - des Wirtschafts- und Finanzmonopols, der Spekulation, der rücksichtslosen Banken, der Klassenfeindschaft, des Partikularismus, des Kriegsgewinnlertums.

Sie betrachteten die Regierung der Vereinigten Staaten schon als ein bloßes Anhängsel ihrer eigenen Geschäfte. Wir wissen jetzt, dass die Regierung des organisierten Geldes genauso gefährlich ist wie die Regierung des organisierten Pöbels.

Nie zuvor in unserer gesamten Geschichte waren diese Kräfte so gegen einen Kandidaten geeint wie heute. Sie sind sich einig in ihrem Hass auf mich - und ihr Hass ist mir sehr recht.“

 
 
Gestern Abend war ich bei Georg Schramm im Comedia Köln. Er war wieder grandios. Schade, dass er nicht mehr bei Neues aus der Anstalt dabei ist. Hier einer meiner Lieblingsclips für Charityfreunde. Er hat mich auf den Gedanken gebracht, mich mal mit dem New Deal auseinander zu setzen. Mit diesem politischen Programm hat Roosevelt haushoch gegen den Amtsinhaber Hoover, der auf den natürlichen Erholungseffekt setzte (quasi war er der Erfinder des Kohl-Merkelschen Aussitzens), gewonnen. Das Eingangszitat war aus einer Rede von Roosevelt. So etwas von den Lippen der Merkel oder von Steinbrück hätte ich mir damals gewünscht, als beide wie Hänsel und Gretel vor die Fernsehkameras traten. Ja das war der New Deal, der Amerika aus der Depression half: Die Umverteilung von oben nach unten. Unter Roosevelt ist der Erbschaftsspitzensteuersatz von 20% auf 77%, der Spitzensatz der Einkommensteuer bis auf 79%  gestiegen. Verfügten 1929 die reichsten 0,1% der Amerikaner über mehr als 20% des Vermögens des Landes, so waren es 1950 nur noch 10%. Kein Wunder, dass Roosevelt als Verräter seiner (Kapitalisten-)Klasse galt. Der New Deal brachte Wohlstand für alle (um das berühmte Erhard-Buch mal zu nennen. Ich empfehle dort mal die Seite 206 zu lesen. Da werden einige "Jammerlappen" genannt) und unsere „Krisenbewältigung“ finanzieren diejenigen, die dazu nichts konnten.

Wer die oben zizierte Roosevelt-Rede von 1936 im Original hören und lesen will, der wird hier fündig. mit dieser Rede hätte er nicht mal bei der Linken eine Chance. Roosevelt hat bei seiner Wiederwahl im Jahre 1937 über 60% der Stimmen bekommen. Für Amerika bedeutet dies: Es gab auch mal bessere Zeiten und Obama sollte mal anfangen, sich was zu trauen, sonst ist er in zwei Jahren weg vom Fenster mit Blick zum See.

 

Permalink
Abgelegt unter: Georg Schramm, New Deal, Roosevelt