Beiträge zum Stichwort »Wikileaks«
Die Sonne scheint aus seinem Arsch
Mein Schimpfwort „Journaille" hat mal wieder seine Berechtigung gefunden. Es gibt Redakteure, die die Welt nicht braucht, aber die bei der WELT sitzen und dieser hat sich sogar von der TAZ über den SPIEGEL bis zum stellvertretenden Politikchef dieses Qualitätspresseproduktes hochgeschleimt: Claus (natürlich mit Cee) Christian Malzahn. Mir sagte der Name bislang nichts, aber dieser saudumme Artikel, der hunderte von Leserbriefen zur Folge hatte, machte mich neugierig. Nebenbei: das beste bei WELTonline sind die Kommentare, aber je nach dem, welcher unbezahlte Volontär gerade den Zensor spielt, stehen die meisten nur kurz im Netz (allerdings ist es beim Käsblatt LFOCUS noch schlimmer, da wird jegliche Kritik verbannt). Ich wollte wissen, wie die Vita eines solchen „Redakteurs" ist, der so einen Mist schreibt.Ich wurde reichlich fündig und habe gemerkt, dass ich mit meiner Meinung über diesen Herrn nicht alleine bin. Es gibt jede Menge Artikel im Netz, die sich mit CC's Qualitätsjournalismus auseinandersetzen: von ironisch lustig bis bös sarkastisch. Noch zwei habe ich hier und hier verlinkt. Wetten, dass der es schafft und sich bei Friede Springer noch weiter nach oben schleimt? Bei CC's Lieblingsverbündeten gibt es ein schönes geflügeltes Wort: „He thinks, the sun is shining out of his ass". CC ist so einer von denen. Der glaubt das bestimmt. Deshalb widme ich Herrn CC Malzahn dieses lustige Youtube-Video.
Wer mal einen gescheit geschriebenen und anscheinend gut recherchierten Artikel lesen will, dem sei dieser empfohlen. Der geile Assange ist leider an die falschen geraten. Eine war das Groupie Sofia Wilen, die andere die berühmt berüchtigte Hardcore-Lesbe und Feministin Anna Ardin, die Verbindungen zum CIA hatte oder hat. Der liebe Assange ist in ihre Falle gegangen. Ich könnte da einiges dazu schreiben, aber mir ist es zu blöd. Vielleicht kommt mal einer von unsereren Qualitätsmedien auf die Idee und recherchiert mal ein bisschen über die Dreistigkeit unserer Freiheitsbeschützer? So ein Artikel wäre doch mal ein Anfang.
Wer wie ich Wikileaks was spenden will, der nutze diesen Link.
Worte, Sprache und Zorn
Mein Freund und eifriger Leser Hermann S. hat mich nach dem Spielen alter Arbeiterlieder gefragt, warum ich mir die Mühe mit dem Blog mache. Ich habe ihn auf meine schriftliche Antwort in dieser Form vertröstet. Lieber Herrmann, der Matthias Beltz wurde einmal gefragt: „Was wollen Sie mit dem Kabarett bewirken?" Darauf seine Antwort, die analog auch als meine gedeutet werden kann: „Ich möchte die Zuschauer auf ihrem Weg von der Trostlosigkeit über die Hoffnungslosigkeit zur Aussichtslosigkeit begleiten."Mein Lieblingskabarettist Georg Schramm hat hier den Papst Gregor den Großen zitiert mit dem Satz „Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht." So ist ein Ringschluss erreicht, ein Rezept für christliche Ethik, fürs Kabarett und für politische Opposition zugleich.
Der Untergang der Sprache, als ehemals mächtigstes Schwert gegen Willkür und Despotismus wird zusehends stumpfer (hier der passende Clip). Das Doppeldenk hat sich in unsere Köpfe eingeschlichen. Wenn 53% der Deutschen Wikileaks ablehnend gegenüberstehen, dann kann einem nur der Zorn beschleichen. Dann wundert es nicht, dass wir so eine Regierung haben, wie wir sie haben.
Kopf ab
Seit ewigen Zeiten wurden die Überbringer schlechter Nachrichten geköpft. Deshalb sind sie namentlich fast alle unbekannt und es gelang keinem eine Karriere. Die berühmte Hiobsbotschaft kommt in der Bibel nicht vor, sondern ist eine Verfremdung der Geschichte eines armen Kerls, der zwischen die Mühlsteine der Mächtigen geriet, nämlich zwischen Satan und Gott, die damals - mangels Hedgefonds - über diesen Kerl eine Wette abgeschlossen hatten. Klar, dass der liebe Gott gewinnt, denn Hiob bleibt fromm und gottesfürchtig, obwohl er von beiden immer ordentlich in die Fresse kriegt. Deshalb lieben es die Christen so sehr, wenn ihnen pausenlos Leid zugefügt wird. (Für mich ist das Christentum in der Außendarstellung eine SM-Bruderschaft. Wer sonst käme auf die Idee, einen auf ein Stück Holz genagelten Menschen als Logo zu haben?) Aber davon will ich eigentlich nicht schreiben. Zurück zur These. Mangels Paketbomben stürzt jetzt alles auf Wikipedia und reibt sich an Teflon-Merkel oder an der unlikely choice, was bei uns mit schräge Wahl übersetzt wurde. Besser übersetzt wäre unpassend, merkwürdig oder komisch. Damit konnte ja nur mein Freund Dirk Niebel gemeint sein, die hohle Kabinettsnuss, die nichts besseres zu tun hat, als jetzt Wikileaks verbieten zu wollen. Da wird mal wieder wird ein Bohei veranstaltet um etwas, was gang und gäbe ist. Schöders Regierungssprecher Heye hat Georg Bush als intellektuell niederschwellig bezeichnet. Nicht nett, aber wahr und so ist die Einschätzung unserer Koniferen ebenfalls nicht nett, aber wahr. Was bedenklich stimmt, ist die Unisono-Verurteilung von Wikileaks durch unsere Qualitätspresse. Die amerikanische Luftwaffe hat den Besuch von Wikileaks verboten, obwohl Wikileaks ja einen Reality-Lehrfilm veröffentlicht hat, der zeigt, wie man wehrlose Zivilisten abknallt (ab 4:40 wirds sehr unappetitlich). Für die, die ihn noch nicht gesehen haben: Hier ist er. Es hat sich also seit dem Altertum nichts geändert. Staaten, die Wikileaks fürchten wie der Teufel das Weihwasser, haben was zu verbergen, besonders wenn die Staatsräson ins Feld geführt wird. Mein Vorschlag: Wikileaks wird von der UN gewürdigt und bekommt den Friedensnobelpreis, der fälschlicherweise an Obama ging, zugesprochen. Das wäre mal ne Botschaft!
Friedensnobelpreis an Julian Assange
Hier eine Quizfrage. Von wem ist das nachfolgende Zitat: "Wir in den Regierungsräten müssen uns vor unbefugtem Einfluss -- beabsichtigt oder unbeabsichtigt -- durch den Militärisch-Industriellen-Komplex schützen. Das Potential für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen. Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen. Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können.“ (Auflösung unten).
Wer ist dieser Julian Assange? Er ist ein Whistleblower. Ein tolles Wort. Gemeint ist, wenn jemand auf Missstände aufmerksam macht, die nicht korrekt sind, dann ist man ein Whistleblower. Assange hat Wikileaks gegründet, das so manches ans Tageslicht bringt, was den Mächtigen nicht so in den Kram passt. Warum Obama und nicht er den Friedensnobelpreis bekommen hat, müsste mir mal das Nobelpreiskomitee erklären. Überhaupt, wenn man so die Liste der Friedensnobelpreisträger durchguckt, dann sind schon einige krasse Fehlentscheidungen verzeichnet. Man muss diesen fünf Leuten im Preisgericht schon zugute halten, dass sie bemüht sind, einen zu finden, der chemisch gereinigt ist und mainstreammäßig akzeptiert wird. Einen Ärger wie seinerzeit mit Ghandi will man sich ja ersparen. Wundern würde mich nicht, wenn demnächst der Peacemaker oder der ausgezeichnet werden würde.
Auflösung: Abschiedsrede von Präsident Dwight D. Eisenhower im Januar 1961