Beiträge zum Stichwort »Griechenland«
Dienstag, 28. Februar 2012
Gestern wurde wieder gerettet
Mein Vorschlag, in Abhängigkeit der Steuerhöhe, Wertchips zu verteilen, die in Griechenland dann ausgegeben werden können, wurde leider bis jetzt nicht verwirklich. Als Bürger könnte man dann preiswert Urlaub machen und bei der Einlösung der Chips könnte der griechische Fiskus gleich abkassieren. Das wäre eine Win-Win-Situation, dieses mal aber nicht für die Banken, sondern für die Betroffenen. Aber auf mich hört mal wieder keiner.Gestern ging es zur siebten Abstimmung in Sachen Rettungsschirm. Nach meiner Begriffswelt in Sachen Entreicherung der Bürger. Der Bundestag rettete mal wieder Griechenland und das wahrscheinlich ab sofort in regelmäßigen Abständen, bis alle reichen Griechen ihre Kohle abgezogen haben. Hätte dieses Pack Steuern bezahlt, bräuchte nicht der deutsche Arbeiter einzuspringen, aber so funktioniert Kapitalismus. Allein Gysis Rede im Parlament war hörenswert. Alles andere war Konsenssoße der Staatstragenden. Grottenschlecht war die Künast, die sich besser zu wirtschaftlichen Themen nicht äußern sollte, denn da kam nur Dünnes.
Erfreulich ist, dass die Schweiz langsam etwas hilfsbereiter wird. Der Steinbrück hat sich ja damals sehr unbeliebt gemacht mit seinem Kavalleriespruch. Die Amis reden da nicht drüber, sondern lassen die auch marschieren. Der amerikanische Steuerhinterzieher (der auch so schon so gut wie nichts bezahlt) wird gejagt und das ist gut so. Die Griechen sollten diese Gesetze 1:1 übernehmen, dann bräuchten wir hier keine Rettungspakete. Wenn die Amerikaner sich einschießen, dann ohne Rücksicht auf Verluste. Wir werden das auch noch erfahren - spätestens dann, wenn der Dollar in die Knie geht. Dann schauen zuerst die Nichtamerikaner in die Röhre.
Dienstag, 14. Februar 2012
Ostrakismos statt ACTA
Warum hat man als Bürger das Gefühl, dass unsere Politiker machen was sie wollen. Nein, sogar genau das Gegenteil dessen machen, was die Mehrheit der Menschen will? So wird die Rentengrenze nach hinten geschoben und gleichzeitig erhöhen sich Landtagsabgeordnete ihr Diäten um einen Betrag, mit dem ein Hartzer einen Monat lang auskommen muss. Was allerdings immer gemacht wird, sind die Wünsche der Konzerne zu befriedigen. Da heben sie gerne die Hand unsere Volksvertreter. Vom reduzierten Mehrwertsteuersatz für Hotels habe ich als Verbraucher nichts gespürt. Ärzte und Pharmalobby dürfen ebenfalls gerne kräftig zulangen. Der Verbraucher will ordentlich informiert werden, aber auf die Verpackung kommen Lügen, gegen die Grimms Märchen ein Tatsachenroman sind. Jetzt kommt der nächste Hammer, die Bespitzelung der Bürger über den Umweg des Urheberrechtes. Am 30. Januar hatte ich ja auf eine Seite verlinkt, die mit diesem Video dieses Bespitzelungsgesetz erklärt. Wie die Bundesregierung mitgeteilt hat, soll dieser Mist verabschiedet werden. Die Schnarre selbst (!) hat ihn im Kabinett eingebracht und als sie merkte, was damit alles möglich ist, bekam sie kalte Füße. Aber Augen zu und durch.Im alten Athen gab es den Ostrakismos. Es war das „Scherbengericht". Da hatten die Bürger die Möglichkeit, alle Jahre das größte Arschloch der Stadt für zehn Jahre zu verbannen. Wer früher zurück kam, wurde zum Tode verurteilt. Der Betroffene musste die Stadt innerhalb von zehn Tagen verlassen. Das war direkte Demokratie. Meine Liste würde für einige Jahre reichen. Ziemlich oben stünde z.Z. Ackermann, Middelhoff, Hundt, aber auch ein Schröder oder Müntefering. Meine Hoffnung lege ich in die Piratenpartei, die das per Internet recht schnell organisieren könnte.
ACTA in den Müll, den Ostrakismos sofort umsetzen - das wäre optimal. Also auf ihr alten Griechen, besinnt Euch dieses alten Brauchs.
Es gibt doch tatsächlich Leute, die sich wundern, dass das mit dem Sparen in Griechenland nicht klappt. Man senke die Löhne, reduziere die Renten, erhöhe die Mehrwertsteuer und stehe dann mit offenem Mund vor der leeren Ladenkasse und wundere Dich. Der Brüning hat das ja auch versucht und anschließend kam der Hitler .... Das ideale Rezept, um jeden Staat in die Krise zu führen, das hat diese Merkel drauf. Ich wüßte mal gerne, welcher Vogel ihr da ins Ohr flüstert und Unsinn redet. Ist das vielleicht der? Die, die wenig haben, bekommen es genommen und die, die viel haben bunkern die Kohle in der Schweiz oder sonst wo. Toll dieser Kapitalismus.
Samstag, 05. November 2011
Alexis Sorbas fickt sie alle
Wer diesen Film gesehen hat, der versteht die Überschrift. Der Mubarakfreund Papandreou ist ja ein ganz raffiniertes Schlitzohr. Sarkotzy und unsere Qualitätskanzlerin sehen jetzt schön alt aus. Das erinnert mich an diesen alten Kalalauer:Treffen der jungen Pfadfinder. Motto des Tages: Jeder muss eine gute Tat vollbringen. Abends treffen sich alle wieder und erzählen ihr guten Taten. Nur Klein-Fritzchen fehlt noch. Endlich kommt er. Total zerzaust, zerkratzt und seine Sachen sind zerrissen. Sagt der Pfadfinderleiter: "Na Fritzchen, was hast du heute für eine gute Tat vollbracht?" Sagt Fritzchen: "Ich hab einer alten Oma über die Straße geholfen." Pfadfinderleiter: "Das ist ja prima, aber warum bist du so zerkratzt?"
Fritzchen: "Die Alte wollte nicht..."
Alle sind entsetzt und spätestens jetzt sollte doch jedem klar sein, dass alles nur der Vorwand war, um unser Banken zu „retten". Die Griechen sind doch allen scheißegal.
So ist das mit der Demokratie: Hätte man bei uns das Volk mal gefragt, ob es die Banken retten will, da wäre fein was dabei herausgekommen. Jetzt werden die Griechen mal befragt, denn sie sind es, die ja dort leben, und schon entrüsten sich unsere Eurostars über zu viel Demokratie. Was passiert mit unseren Banken, wenn die Griechen nicht gerettet werden wollen? Warum macht das dieser Papandreou? Meine (wilde) Spekulation: Er hat an den Finanzmärkten gewettet, dass die Griechen in den Bankrott gehen und zwar so hoch, dass der Gewinn der Wette ausreicht, um Griechenland auf einmal zu entschulden. Diese läppischen 350 Mrd. sind doch ein Pappenstil. Das wäre doch mal was, oder? Alle Bänkster sind dann pleite und Griechenland gerettet. Geiles Szenario!
Diesen Eintrag hatte ich am Donnersteg (3.11) geschrieben. Ich muss sagen, ich hatte dem Papandreou etwas mehr "standing" zugetraut. Leider hat sich jetzt mein Vorurteil bestätigt. Er ist ein Pflaume.
Sonntag, 24. Juli 2011
Griechenland und Afrika
Ich bin in einem Alter, wo nicht selten die Nachricht vom Tod eines lieben Menschen oder Freundes eintrifft und man sich dann so besinnt. Habe gerade erfahren, dass mein „Kinderfreund" Ebby unerwartet und schnell verstorben ist, dessen Leben eigentlich verfilmt werden könnte, weil es so interessant ist. Vielleicht ist das ein anregender Hinweis an seinen Freund Christof Wackernagel, auf dessen Website er einen Bericht über seine Afrikaerfahrungen geschrieben hat , den ich nur empfehlen kann. Absolut lesenswert ist dies: „APA - Aktion Pro Afrika: Erklärung zur näheren Erläuterung..." (man muss sich zu dieser Erklärung durchklicken) von Christof, der die Situation vor Ort besser kennt als die UNICEF - u.ä. - Schranzen. Irgendwie erinnert mich da vieles an die Griechenland-Rettungsaktion. Wir zahlen die Steuern der Ober- und Mittelschicht in Griechenland. Wie hat Christof richtig geschrieben: „die Leute, die die Hilfsgüter einstecken sind identisch mit denen, die sie bezahlen könnten und müssten."
Freitag, 22. Juli 2011
Wann geht endlich der Hosenanzug für immer?
Ich mag es nicht, wenn man mich für dumm verkaufen will. Da rennt der Hosenanzug vor das erstbeste Mikrofon und plappert: „Was wir Deutschen für einen stabilen Euro aufwenden, bekommen wir um ein Vielfaches zurück". Wer ein vielfaches zurückbekommt ist ihr Freund Ackermann, der - jetzt ist der Bock endgültig Gärtner - sogar bei den zwischenstaatlichen Verhandlungen dabei ist. Der muss keine Verluste einbuchen, sondern fette Boni. Das schöne an diesen Kasinospielen ist ja, dass die Staaten für die Verluste aufkommen und der Profit bei den Profiteuren landet, die bei uns immer noch „Investoren" genannt werden, weil das besser klingt als „Finanzspekulator". Mit dem klassischen Begriff der Investition hat das absolut nichts zu tun. Die EU, deren glühender Befürworter ich einst war, ist zu einer Transferunion verkommen, die nur die Profite des Finanzkapitals absichert und Glühbirnen verbietet. Das ganze hält nur so lange, bis die Parlamentsferien rum sind. Wetten? Der einzige, der dies wunderbar auf den Punkt bringt, ist Nigel Farage, der von unserer Qualitätspresse gerne als Rechtspopulist bezeichnet wird. Der ist so herrlich politisch unkorrekt. Eine Wohltat ihm zuzuhören (YouTube). Wer dessen Beiträge im Parlament durchliest, der muss zum Schluss kommen, dass dieser Abgeordnete sein Geld verdient. Hier kann man dessen Beiträge abrufen. Leider ist der Dolmetscherdienst des Parlamentes ein halbes Jahr zurück. Erst ab Januar 2011 sind die Beiträge auch in deutsch verfügbar, aber die lohnen sich alle zu lesen.
Dienstag, 21. Juni 2011
Griechenland und Napoleon
Die sog. Griechenlandkrise wird in unserer Qualitätspresse derartig schräg dargestellt, dass einem das Grauen kommt. Tendenz: Die faulen Griechen sollen arbeiten, oder noch schlimmer, sie sollen alles verscherbeln. Ich muss mal den FOCUS loben, erstaunlicherweise hat dieses Käsblatt mal einen ordentlichen Artikel veröffentlicht, den ich nur jedem empfehlen kann. Hier ist nachzulesen, wie es in Deutschland auch bald sein wird, dass sich die besitzende Klasse auch vom Steuerzahlen verabschiedet, aber hohe Renditen vom Steuerzahler gesichert bekommt. Die Banken sind eine Lotterien mit staatlich garantiertem Gewinnanspruch. Ab 8:20 wird das in diesem Vortrag gut dargestellt. Da trifft wieder mein Lieblingszitat von Ernst Bloch, dem einzigen pfälzischen Philosophen zu: Wenn es für alle nicht mehr reicht, dann springen die Armen ein.Ich hoffe, dass die Griechen, die im übrigen von ihrer Presse ebenfalls dumm gehalten werden, erkennen, wer für die Misere verantwortlich ist. Da fällt mir gerade noch ein Zitat von Napoleon ein: Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen.
Wem das zu hart ist, dem gebe ich ein Lite-Zitat mit: Es gibt Spielregeln - und es gibt Leute, die sich an Spielregeln halten. Diese Leute nennt man Verlierer.
Sonntag, 19. Juni 2011
Wie lange müssen wir die noch ertragen?
Toller Vorschlag unserer Qualitätskanzlerin, die privaten Banken an der Griechenlandrettung zu beteiligen und zwar FREIWILLIG. Aber ich habe noch einen besseren: Wie wäre es, wenn der Steuerzahler, der bis jetzt nicht gefragt wurde, ebenfalls dies auf freiwilliger Basis machen könnte? Ich denke da an ein schlichtes Kreuzchen auf der ersten Seite der Steuererklärung.Bei mir können die das dann schon vorab eintragen: ein klares Nein, aber eine Spende für diejenigen, die dafür sorgen, dass ich mir ihr dummes Geschwätz bald nicht mehr anhören muss. Besser noch: wie wäre es mit einem Rücktritt? Und zwar FREIWILLIG?
Am tollsten finde ich die Idee, griechisches Vermögen zu versilbern. Genau das ist nämlich das Ziel. Der Neoliberalismus gibt nicht eher Ruhe, bis alles Vermögen in den Händen der Zocker gelandet ist. Das hat sogar Norbert Blüm mittlerweile erfahren. Es darf nach deren Philosophie nichts geben, an dem nicht irgend einer dieser Verbrecher verdient. Der Klimaschwindel ist die ideale Vorbereitung, die das schlechte Gewissen einreden soll.
Toller Artikel bei der FTD. Ach, soll sie doch mal mit Peter Ehrlich und nicht mit dem Post-Klimakteriumskränzchen Kaffe trinken.