Beiträge zum Stichwort »Rainer Stollmann«

Freitag, 30. Dezember 2011

Ich lach mich schlapp

Eigentlich wollte ich im alten Jahr nichts mehr schreiben, aber als ich dieses Interview heute morgen las, fiel mir fast der Kaffee aus dem Gesicht und ich dachte, man sollte diesen Blödsinn eines Lachforschers der Allgemeinheit nicht vorenthalten, damit die auch mal lachen können, in einer Zeit, die nicht zum Lachen ist. Es geht um Dinner for One:

Stollmann: „... Die Deutschen lachen bei dem Sketch unbewusst über ihre eigene Vergangenheit - nämlich das Dritte Reich."

"Was hat denn das "Dritte Reich" mit "Dinner for One" zu tun?

Stollmann: "Es hat damit zu tun, weil man nicht erklären kann, wieso "Dinner for One" die Deutschen seit mehr als 30 Jahren zum Lachen bringt. ..."

Also, wenn man nicht erklären kann, warum die Deutschen lachen, dann ist das Dritte Reich daran schuld. Darauf muss man erst mal kommen. Weder ich noch meine Kinder haben daran gar nicht gedacht, als wir zum ersten Mal diesen Sketch sahen und wenn ich Engländern diesen Sketch vorgespielt habe (dank YouTube) geht das ja mittlerweile), haben die auch gelacht und sich den Link notiert und das nicht aus Höflichkeit. Einen solchen Quatsch kann nur jemand schreiben, na ja ... Ich versuche einen Vergleich: Wenn jemand beruflich mit Kindesmissbrauch zu tun hat, dann sind über kurz oder lang alle Kindmissbraucher und für einen Kriminalbeamten sind wir alle potentielle Verbrecher. Wenn man über Literatur und Faschismus promoviert hat, dann gibt es fast nur Faschisten und die sind überall, und die lachen sich dann so quasi heimlich, das Dritte Reich via „Dinner for One" von der Seele. Wenn zu der Political Correctness noch die Reeducation kommt, dann sind solche Schlussfolgerungen zwangsläufig. Und wenn etwas ausstirbt (um auf den letzten Absatz dieses Artikels anzuspielen), dann sind es hoffentlich bald die deutschen reeducateten Professoren, die hinter jeder Lach- und Nichtlachfalte den deutschen Kryptofaschisten sehen. Mit diesem Duktus wurde schon genug Stroh gedroschen. Und da wir es mit einem Lachforscher zu tun haben, hier noch ein alter Witz:

Staatsbankett in London. Alle sind sie da, Clinton, Jelzin, Kohl, die Queen von England u.s.w. Es ist aufgetragen und alle sitzen um die große Tafel. Da passiert der Queen ein Malheur. Clinton steht geistesgegenwärtig auf und sagt: "Ich entschuldige mich im Namen der Vereinigten Staaten für dieses Malheur." Er setzt sich wieder und da lässt die Queen erneut einen barbarischen Furz. Kohl springt auf und sagt: "Den und die nächsten drei übernimmt die Bundesrepublik Deutschland."

Ich finde der passt zu diesem Thema. Unser Professor sollte mal seine Analyse den Jungen vorlegen. Wenn die nicht mehr über „Dinner for One" lachen, dann aber mit Bestimmtheit über sein unsinniges Interview.

Der politisch korrekte postfaschistische Deutsche erklärt sich gerne bereit, Schuld aller Art auf sich zu nehmen. Noch ein Tipp an diese Generation: Da ja sehr viele Einwanderer in die USA aus Deutschland kamen, ist der noch herrenlose Genozid an den indigenen Völkern (früher sagte man „Indianer") quasi dem deutschen Präfaschismus zuzuschreiben und die Bundesrepublik sollte langsam mal an Wiedergutmachung denken.

Dem schlauen Lachforschprofessor sei gesagt, dass er mal besser hätte recherchieren sollen, bevor er diesen Unsinn schreibt: Dieser Sketch läuft u.a. in Schweden, Dänemark, Norwegen, Südafrika, Australien u.v.m. Länder die sich damit ihre Nazivergangenheit weglachen! Darüber kann ich jetzt lachen, Herr Professor Oberschlau.

Permalink
Abgelegt unter: Dinner for One, Rainer Stollmann