Beiträge zum Stichwort »Syrien«

Freitag, 11. Mai 2012

Lange Lügennasen

Über Syrien werden uns ja schon lange Räuberpistolen aufgetischt. Aber es wird leicht moderater. Immerhin werden die „authentisch gefakte" Videos mittlerweile kommentiert angeboten. So schreibt das ARD hier:

Die Videos stammen aus dem Internet. Wir haben den Inhalt überprüft, so weit es geht - allerdings stößt die Verifikation von Material, das online zur Verfügung gestellt wird, an Grenzen. Eine vollständige Überprüfung ist nicht möglich.

Schönen Dank für diesen Hinweis. Aber in diesem Fall wäre die Verifikation sehr einfach gewesen: Das dort gezeigte Video des Anschlages „Explosionen erschüttern Damaskus" ist vom Titel her der 10. Mai. Allerdings weist der Zeitstempel von YouTube die Veröffentlichung am 9. Mai aus und das wird kaum zu faken sein. Als man das gemerkt hatte, wurde das gleiche Video hier noch mal eingestellt, aber jetzt erst am 10. Mai. Hätte auch jemanden von der ARD auffallen müssen, Irgend eine Flachpfeife muss den Videospezialisten mal gesagt haben, dass alles authentischer wirkt, wenn kräftig verwackelt wird. In diesem Falle haben die das Handy aber richtig krass durchgeschüttelt.

Immerhin schreibt die ARD: Die Anschläge heute treiben Syrien weiter in den Bürgerkrieg. Genau das dürfte der perfide Plan der Täter sein - wer immer sie sind. Das Attentat zerstört Hoffnungen von Kofi Annan, seinen Plan einer friedlichen Lösung für Syrien umzusetzen.

Meine Frage: Wer ist denn „wer immer sie sind?" Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich Assad selbst wegbombt. Vielleicht sollte man auch mal bei der ARD mal nachdenken, wer Interesse an der Destabilisierung von Syrien hat?

Mein Tipp: An die hat der Don Korrupto von der UEFA die WM verkauft.

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Montag, 02. April 2012

Sind wir noch zu retten?

Dass die Amis Meister der Diplomatie sind, behauptet wohl niemand. Im Gegenteil. Selten klappt das, was sie sich vorher vorgestellt haben. Sie haben Terroristen aller Art unterstützt, immer in der Hoffnung, sie als nützliche Idioten zu gebrauchen. Dass sich das meistens umgekehrt hat, ist zur Regel geworden. Sei es Bin Laden oder die Taliban, es ging immer schief. Das CIA-Strickmuster ist auch immer das gleiche. Man bricht einen aus der zweiten Reihe raus, schiebt dem Millionen in den A**** und meint, man habe die Zuneigung (=Abhängigkeit) sicher. Wenn das nicht klappt, dann schickt man die Economic-Hitmen und wenn das nicht hilft, die US Army. Saddam Hussein wäre heute noch im Amt, wenn er nicht auf die abartige Idee gekommen wäre, Öl auch gegen andere Währungen zu verkaufen.

Das war nur die Einleitung. Hier habe ich über die Ratten geschrieben, die ihr Süppchen auch weiterhin kochen wollen. So haben sich die Amis so schön vorgestellt, dass wenigstens „ihr" Mann, der Wendehals Amr Musa, Staatspräsident in Ägypten werden wird, denn das hatten die Muslimbrüder mal versprochen. Das wird jetzt anders. Die Muslimbrüder schicken einen eigenen Kandidaten ins Rennen: den Multimillionär Chairat el Schater. Die „arabische Revolution" ist kein Frühlingserwachen, sondern ein anachronistischer Zug ins Mittelalter. Bei den Unterstützern (Saudi Arabien, Bahrain, Katar, ...) war auch nichts anderes zu erwarten. Die pumpen Millionen nach Syrien, damit dort weiter der Terror gegen Assad geschürt werden kann. Doch nicht um die Demokratie und Freiheit zu fördern, da könnten sie bei sich selbst anfangen, sondern um die „Gottlosen" zu massakrieren. Ich habe das Gefühl, dass unsere Außenpolitik mit dem Qualitätsminister Westerwelle an der Spitze alles tut, damit das Modell Gottesstaat Deutschland (Christliche DU als größte Partei, Pfarrerstöchterlein ist Kanzlerin, ein Pfaffe Präsident) in alle Welt exportiert wird, denn Syrien muss - notfalls mit aller Gewalt - an die Salafisten ausgeliefert werden, die als erstes den Alawiten den Hals rum drehen werden, wie Peter Scholl-Latour hier (bei 39:40) behauptet hat.

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Montag, 19. März 2012

Bericht von der Oma aus Syrien, die einen kennt, der ...

Wenn ich wieder über Syrien schreibe, dann deswegen, weil hier die Manipulation der Meinung durch unsere Qualitätsmedien unerträglich ist. Wer nur wagt, die Berichterstattung anzuzweifeln, der kriegt gleich was um die Ohren. So ist es mir passiert, als ich auf der Ehrenbürgerernennungsfeier unseres ehemaligen Bürgermeisters, mir von einer Bundesverdienstkreuzträgerin sagen lassen musste, dass ich wieder einen Mist (oder war das ein anderes Wort) geschrieben habe. „Der Assad schießt doch gegen sein eigenes Volk". Dieser Satz ist griffig und ist in den Köpfen. Ich weiß nicht, was unser Staat tun würde, wenn bewaffnete Gangs Gasleitungen und Schienenstränge in die Luft jagen würden.

Bis heute habe ich noch nicht kapiert, weshalb unsere Medien der selbsternannten „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte" mehr als jedem anderen Glauben schenken. Ist es die Lust an der Gräueltatenberichterstattung? Oder wird alles in einen Topf gekippt und als „arabischer Frühling" verkauft, was eigentlich eher die arabische Götterdämmerung bedeutet? Ich weiß es nicht, es gibt keinen rationalen Grund.

Meine Meinung habe ich mir gebildet, weil ich auch andere Quellen lese und bei allem frage „Cui bono" und ich bin ich froh, wenn auch Leute diese Meinung vertreten, die sich vor Ort auskennen und nicht aus ihrem gewärmten Studio in Beirut sitzen und berichten, was die Frau eines Bekannten von der Schwiegermutter ihres Neffen von dessen Oma, die in Syrien wohnt, gesagt hat. Hört was Jürgen Todenhöfer und Peter Scholl-Latour (besonders ab min 34) hier über Syrien sagt und der weiß wo von er spricht, denn er war mehrfach da.

Da ich umfassend berichte, hier eine Polemik von Rafik Schami, die meisterlich erwidert wurde von Thomas Wagner. Alle Klarheiten jetzt beseitigt?

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Donnerstag, 01. März 2012

"Traue keiner Statistik, ...

... die du nicht selbst gefälscht hast" soll Churchill mal gesagt haben. Diese Erkenntnis ist auch weiter gültig, aber es kommt noch was hinzu: Glaube nur den Studien, die du mit klarer Zielsetzung selbst beauftragt hast. Am Beispiel des „Klimawandels" lässt sich das nachvollziehen: Die Zielsetzung lautete nicht, herauszufinden, ob der Mensch am Klimawandel schuld ist, sondern die Zielsetzung war, zu beweisen, dass der Mensch am Klimawandel schuld ist. Ein leichter, aber signifikanter Unterschied.

Wenn unser begnadeter Innenminister eine Studie über die „Lebenswelten junger Muslime" in Auftrag gibt, dann hat das ja auch einen Grund, nämlich der, nachzuweisen, dass da terroristisches Potential schlummert. Das ist ihm gelungen. Wahrscheinlich wird jetzt die Liste mit den schlimmen „Überwachungsworte" um die Begriffe Allah, Mohammed ergänzt, wenn sie nicht schon drauf sind.

Ja, in Deutschland wacht unser Friedrich mit scharfem Auge. Hier haben wir die bösen Islamisten. Wenn die gleichen aber in Syrien mit der Panzerfaust gegen Assad schießen, dann sind es gute Islamisten. Es ist nicht leicht zu verstehen - wenn nicht gar nicht zu verstehen. Mir ist es jedenfalls noch nicht gelungen zu begreifen, weshalb der Unterschied zwischen gut und böse 1.500 km Luftlinie beträgt. In diesem Zusammenhang erklärt sich auch mein Monatszitat: So sind wir eben:
Das Töten interessiert uns nicht wirklich. Wir wollen nur bestimmen, wer Töten darf.

Syrienbashing gehört zum guten Ton und wer nicht mitmacht ist ein Diktatorfreund und Freiheitsfeind. Es gibt wenig löbliche Ausnahmen. Deshalb hat es dieser Bericht verdient, hier erwähnt zu werden. Das ist Journalismus und nicht Abtippen von Agenturmeldungen mit folgenden Textbausteinen:

- berichten Oppositionelle
- die Rede ist von
- nach Angaben der aus Deserteuren bestehenden Freien Syrischen Armee
- wie die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" berichtete
- wie Burhan Ghalioun vom Syrischen Nationalrat (SNC) berichtet
- der Aktivist Hadi Abdallah vom Syrischen Revolutionsausschuss (SRGC) sagte
- wie der arabische Sender Al Jazeera meldete
- wie aus Rebellenkreisen verlautete

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Montag, 27. Februar 2012

Keine ZEIT mehr

DIE ZEIT war einst eine schöne Zeitung. Sie hat facettenreich berichtet und man konnte auch über Dinge lesen, die abseits getrampelter Wege lagen. Meine Erfahrungen mit diesem Blatt sind leider düster. Ich hatte ja hier zum ersten Mal berichtet, wie DIE ZEIT mit ihren Lesern umgeht. Mein Leserkonto wurde ohne Vorankündigung gesperrt. Beschwerden können an die community@zeit.de gerichtet werden und jetzt kommt der Witz: von dort kriegt man von der gleichen Person die Antwort, über die man sich eigentlich beschwert hat. Das ist schon ein tolles ausgeklügeltes System. Darauf muss man erst mal kommen. Aber jetzt zur Fortsetzung:

Eine erneute Email an Frau Franziska Kelch, in der ich meine Fakten mit Quellen belegte, wurde nicht beantwortet.

Dann schrieb ich am 17. Januar 2012 einen Brief an den Chefredakteur der ZEIT ONLINE, Herrn Wolfgang Blau. Dieser Brief wurde nicht beantwortet. Ebenso wenig wie das Erinnerungsschreiben vom 2. Februar. Für die schreibende Zunft ein Armutszeugnis. Was macht eigentlich dieser Herr Blau? Ist Nomen Omen?

Dann schrieb ich am 13. Februar einen Brief an die Geschäftsführung der ZEIT ONLINE, an die Herren Dr. Rainer Esser und Christian Röpke. Dort hat man sich zum ersten Mal wenigstens mit der Sache auseinandergesetzt und am 16. Februar mal in meinen Account reingeschaut, was der Herr Chefredakteur Blau vorher nicht für nötig befand. Dieser Ansatz ist löblich. Dass die Antwort dann aber bunkermentalitätsmäßig ("Wir haben Ihr Anliegen an die verantwortliche Redaktion weitergeleitet und die Rückmeldung erhalten, dass diese bei ihrem Standpunkt bleibt") ausfiel, fand ich schade.

Ich verfolge weiterhin die Syriendiskussionen bei der ZEIT und kann mittlerweile auch eine eigene, nichtrepräsentative, Statistik vorlegen, die teilweise einen Zensuranteil von über 25% (!) Prozent pro Artikel hat. Als Oberzensoren betätigen sich gerne die Kürzel vn, lv oder mk.

Am schönsten sind die Kommentare, mit denen die Zensur begründet wird. Ich habe ja im früheren Eintrag schon einige Sätze zitiert, aber diesen Satz fand ich besonders toll: Bitte belegen Sie Ihre Tatsachenbehauptungen mit seriösen Quellen. Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht. Wenn der Minishop „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" in Gestalt des Rami Abdel Rahman, der in Coventry sitzt, einen fahren lässt - und das ist laufend der Fall, dann berichten das unsere Mainstreamer sofort und ungeprüft. Schema: Jede Art von Terror wird sofort den Assad-Leuten in die Schuhe geschoben. Der hat das Gewaltmonopol und der erschießt aus purer Langeweile seine eigenen Bürger, legt die eigenen Städte in Schutt und Asche und sprengt Eisenbahnen und Pipelines. Hinterfrage ich dieses kritisch und berufe mich u.a. auf das Protokoll der Arabischen Liga, dann ist das anscheinend eine unseriöse Quelle. Arabische Liga ist ja nur akzeptiert, wenn der Demokratiefreund aus Katar über Assad herzieht. Hat jemand von Euch nur einen Satz davon gelesen, dass die Rebellen z.B. wahllos auf Busse geschossen haben? Natürlich nicht. Das hat aber die Arabische Liga in ihrem letzten Bericht geschrieben, der aber in keiner Mainstreamzeitung abgedruckt wurde (hier Ziffer 25). Da steht auch, dass die Beobachter der Auffassung sind, dass der französische Journalist Gilles Jacquier von Rebellen getötet wurde (Ziffer 44). Das hat so nur der konservative Figaro im Westen berichtet.

Meine Vermutung: irgendwo bei der ZEIT sitzt einer, der die Parole ausgegeben hat, dass Syrien kaputt geschrieben werden muss. Ich habe jedenfalls keinen einzigen Artikel in letzter Zeit gefunden, der eine andere Meinung vertritt.

Nicht berichtet wird auch über den Verfassungsentwurf, den Assad zur Abstimmung vorgelegt hat, weil der überhaupt keine Rolle mehr spielt. Die Verfassung ist von vornherein Scheiße, nur weil sie von Assad kommt. Wer sie mal lesen will, der findet sie hier.

Ich finde es verantwortungslos, dass die Bevölkerung Syriens als Spielball benutzt wird, nur um Interessen durchzusetzen, die sich mir noch nicht erschließen. Ich weiß nur, dass der letzte laizistische Staat im nahen Osten mit Hilfe unserer Waffen und Presse - und da besonders durch DIE ZEIT - dem Untergang geweiht ist und anschließend der Einzug der Muslimbruderschaft und der Scharia als arabischer Frühling gefeiert wird. Geht's noch?

Weitere Zensurkritiken sind im Netz vorhanden. Hier, hier und hier sogar einer von der Piratenpartei.

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Donnerstag, 23. Februar 2012

Toleranz bis zur Selbstaufgabe

Es gibt ja Gegenden in der Welt, da steht auf der Verbrennung des Korans die Todesstrafe. Ich weiß nicht, ob das für die Verbrennung der Bibel nicht auch mal galt. Wundern würde es mich nicht, denn Herrschaft braucht Verbote und Strafen. Wer also einen erschlägt, weil er den Koran verbrannt hat, handelt „gerecht". Das Menschenleben ist also weniger wert als ein Koran, der gerade aus der Druckerpresse gekommen ist. Man kann ja die Wertigkeit in einer Gesellschaft so setzen und wenn alle meinen, das ist so richtig, kann man darauf ein Gesellschaftssystem aufbauen. Aber wer zwingt mich dazu ohne Not, dieses Wertesystem zu akzeptieren? Ich bin froh, dass es bei uns (noch) nicht so ist. Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass es so bleibt. Mir fehlt jede - ich betone JEDE - Toleranz gegen ein Wertesystem, dass ein gedrucktes Blatt Papier wertvoller als ein Menschenleben einstuft.

Wenn „Religionsaustritt" in Katar als Kapitalverbrechen gilt, dann mag das dort angehen, wenn die meinen, dass das so sein müsste, aber ich verwahre mich gegen jede Art von „Belehrung" über Demokratie in Syrien vom dortigen Königshaus. Die sollen, bitteschön, erst mal selbst ihre Hausaufgaben machen. Nur weil das Staatsoberhaupt Hamad bin Chalifa Al Thani mit seinem Geld sich alle und alles kauft (Fußballweltmeisterschaft, Kandidat für Olympia) saugt der ganze Westen an dessen Schwanz. Geld stinkt ja nicht.

Ich finde auch nicht toll, dass das ZDF einer Nahla Osman Sendeplatz für ein Syrienlamento gibt, und nur Kopftuchfrauen und die Revolutionsflagge grün-weiß-schwarz im Hintergrund hängt. Bin mal gespannt, was Frau Osman in einem Jahr sagt.

Zum Ausklang ein sehr guter Artikel aus The Gulf Today von Robert Fisk. Ein Journalist wie er sein sollte und von denen es nur noch sehr wenige gibt.

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Samstag, 18. Februar 2012

Unsere Operettenpräsidenten sind nicht lieb, aber teuer

Unser Operettenpräsident Nummer 1 bekommt seinen Ehrensold (dafür hat sich unsere Qualitätskanzlerin eingesetzt - ist ja auch nicht ihr Geld) für 598 Tage im Amt. Nach der aktuellen Sterbetafel lebt der noch 28 Jahre und seine Olle danach noch 17,3 Jahre. Jetzt kann jeder ausrechnen, dass dieser Parvenu den höchsten Stundenlohn hatte, der jemals in Deutschland von der öffentlichen Hand bezahlt wurde. Ich komme so auf etwa 13.000 Euro.

Wesentlich teuerer kommt uns aber ein anderer Operettenpräsident zu stehen, der hier abgebildet ist. Da kann man noch ein paar Nüllchen dranhängen.

Interessant ist, wenn man unsere politische Haltung zu Afghanistan mit der zu Syrien vergleicht. Da fließen die Krokodilstränen und das Bundesministerium für Betroffenheit und Entrüstung kriegt sich nicht mehr ein, weil Assad ja das „eigene" Volk beschießt. Das hat aber unser Operettenprinz Nummer 2 nicht nötig: er hat dafür die Amis und u.a. auch unsere Bundeswehr, die die Drecksarbeit für ihn erledigen. Spaßig wiederum ist, dass wir in Afghanistan den Terror in Gestalt von Taliban und Al Kaida bekämpfen, genau wie Assad, aber der muss irgend etwas falsch machen, was ich bis jetzt noch nicht durchschaut habe, denn im Gegensatz zu uns, darf der das nicht. So ist das eben: wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe.

In Afghanistan legen wir doch alles um, was nicht für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte ist und in Syrien setzen wir alles daran, dass ein laizistischer Staat abgeschafft wird und die Wahabiten an die Macht kommen. Assad hat es verkackt, weil er in Ahmadinedschad nicht den Teufel sieht, mit dem man nicht paktieren darf, aber unser Operettenpräsident Nummer 2 darf das ungeniert tun. Kapiert das jemand? Ich muss ehrlich sagen, ich nicht.

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Mittwoch, 15. Februar 2012

Der SPIEGEL wacht auf??

Wer diesen Artikel liest, der fühlt sich an mein Posting erinnert, das ich am Montag schrieb. Vielleicht ist es das erste Signal für eine Presse, die sich nicht mehr nur auf die DPA und ihren unsäglichen Quatsch von der Londoner Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Gestalt des noch unsäglicheren Rami Abdel Rahman beruft. Was dieser Bruder so abbläst, ist an Hirnlosigkeit nicht zu überbieten. Gut, die machen Lobbypolitik, aber muss deswegen unsere Presse jedes Märchen von denen als Tatsache bringen? Nehmen wir zum Beispiel diesen Artikel aus der FAZ, ZEIT oder aus der Welt. Da geht wieder alle Gewalt von Assad aus. Da versucht man uns weiszumachen, dass Regierungstruppen die eigene Ölpipeline beschießen. Geht's noch? Alle Anschläge werden ausschließlich der Soldateska von Assad in die Schuhe geschoben und die Demonstranten werfen mit Wattebällchen. Die Berichterstattung der ZEIT und des FOCUS lesen sich mittlerweile wie die Heeresberichte von Al Kaida. Diese „Blätter" können es anscheinend nicht erwarten, bis NATO Kampfjets das Land endlich in Schutt und Asche legen (natürlich ohne auch nur einen unschuldigen Zivilisten zu treffen, so „toll" wie in Libyen, wo merkwürdigerweise über das Unheil, das die NATO dort angerichtet hat, nicht berichtet wird).

Die Kriege werden in den Medien entschieden. Was nicht berichtet wird, findet nicht statt. Oder hat jemand das Interview in einer deutschen Zeitung gefunden, das Ahmed Manaï, ein Mitglied der Arabischen Liga gegeben hat? Dieser unverdächtige wahre Kämpfer für Menschenrechte sagte: "das chinesisch-russische Veto rettete ein Land, die Wiege der Menschheit und der arabischen Zivilisation, vor der totalen Zerstörung (hier ganz nachzulesen)". Die kritischen Stimmen kommen nicht zu Wort, wenn sie nicht in den Kram passen. Da wird dumm dahergeredet, wie kürzlich unsere Qualitätskanzlerin, als sie den ägyptischen Wendehals Nabil al-Arabi empfing und ihm bestimmt einen hohen Scheck in die Hand drückte.

Was veranlasst unsere Presse zur Kriegstreiberei? Wer beantwortet mir diese Frage? Wann reift die Erkenntnis, dass nicht der arabische Frühling, sondern die sunnitische Götterdämmerung angebrochen ist?

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Montag, 13. Februar 2012

Unser neuer Verbündeter: Al-Kaida

Unser idiotischer Afghanistaneinsatz wird mit dem Kampf gegen Terror und Unterdrückung und für Freiheit und Demokratie begründet. Schulen, Frauenrechte und Pumpen (Wasser-) waren das mal. Das Schreckgespenst heißt ja Al-Kaida und dafür darf dann das vorzugsweise ostdeutsche Präkariat sterben. Wie gesagt, das ist die Begründung. Mit den gleichen Worten stehen wir ja auch fest zu der syrischen Opposition, die Baschar al-Assad weghaben will, weil er ein grausamer Despot ist und gegen sein eigenes Volk kämpft, das - weil es anscheinend zu doof ist, blöderweise zu 55% hinter ihm steht. Das dort Religionsfreiheit herrscht, interessiert auf einmal keinen mehr und dass die syrischen Frauen dort alle Rechte haben, ist uns auf einmal auch ziemlich egal. Der Assad hat es irgendwie verkackt, weil er die falschen Freunde hat und blöderweise Syrien im Korridor zum Iran liegt.

Unverschämterweise haben die blöden Russen und die hinterhältigen Chinesen sich nicht zum zweiten Mal hinter die Fichte führen lassen und im UN-Sicherheitsrat nicht für die Vernichtung Syriens gestimmt (bei Ghadaffi ging das noch so schön). Die Vettel Clinton hat anschließend hyperventiliert und unsere Qualitätspolitiker stehen alle treu zur großen weltpolitischen Allianz der Guten. Die demokratischen Musterstaaten Saudi-Arabien und Katar werden es schon richten. Dort ist die Kohle und die moralische Unterstützung kommt von? Na, von wem wohl? Von Al-Kaida. Ist das nicht schön, solche Verbündete zur Seite zu haben? Der Oberdruide von Al Kaida, Aiman al Sawahiri (der hat an der Stirn keinen Kopfschuss, was man als erstes annehmen könnte, wenn man seine Sprüche so hört, sondern eine Zebibah), hat schon gesagt, wie er sich Friede und Freiheit vorstellt. Vor einem Vierteljahr hat er noch den USA gedroht und jetzt kämpft er Seit an Seit für ein freies Syrien. Kommt uns das nicht bekannt vor? Die USA züchten ja immer ihre eigenen Monster, die sie braucht, um die Rüstungsindustrie am Laufen zu halten. Erstaunlich ist allerdings, dass auf einmal die amerikanische Verlagsgruppe McClatchy unter Berufung auf die CIA bekennt (hier ein diesbzgl. deutscher Artikel), dass die Anschläge von Aleppo und Damaskus auf das Konto von Al-Kaida geht, die ja unsere Qualitätsmedien (hier die Tagesschau) natürlich dem Assad in die Schuhe geschoben hat. Und man staune, sogar der Vatikan macht sich um seine Schäfchen Gedanken, für die in einem Post-Assad-Staat leider kein Platz mehr sein wird. 

Gestern Abend brachte der Chef aller Gutmenschen, Dieter Moor, einen Bericht über die syrische Schriftstellerin Samar Yazbek. Sie konnte über ihre Gräuel mit den Folterknechten von Assad  berichten und lebt jetzt im Exil. Bin mal gespannt, was die gute Dame schreibt, wenn ihr geliebtes Syrien von Al-Kaida befreit worden ist. Dies nur zu meiner Erinnerung. 

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Montag, 06. Februar 2012

Die Wiege der Demokraten

Um es gleich zu sagen, mir kommt das Essen hoch, wenn ich an die Phalanx der Scheinheiligen dieser Welt denke. Wenn ich schon diese Clinton sehe, wird mir übel. Da sitzt sie im „Warroom" und ist tief betroffen, wenn angeblich Bin Laden abgeschlachtet wird und im Fall Syrien ist diese Vettel an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Das schlimme, unsere gesamte Presse scheißt auf den gleichen Haufen. Dass der Kleptokratenstaat Russland und der menschenverachtende chinesische Autokratenstaat China uns zur Zeit noch über die Zeit retten, ist zum Mäusemelken. Jeder Furz der Einpersonenliga „Beobachtungsstelle für Menschenrechte" findet Eingang in unsere Medien und bestimmt unsere Meinung. Erfreulich ist nur, dass alle Leserbriefe zu diesen Artikel von einer kritischen Leserschaft so kommentiert werden. Wer sich nur ein bisschen mit diesem Thema genauer befasst, weiß, dass wir grandios auf den nächsten Waffengang vorbereitet werden. Nur die Russen haben jetzt gemerkt, dass sie in Libyen verarscht wurden und bei Syrien passiert ihnen das jetzt nicht mehr. Hier eine unverdächtige Quelle (weil das von einer britischen Militärseite stammt) die wissen was so passiert: Britische und französische Spezialeinheiten trainieren die „friedlichen" Rebellen. Es lohnt sich, die Links auf dieser Seite zu besuchen. Interessant der Shadow war in Syria. Die Briten haben ein unverkrampftes Verhältnis zu ihren Truppen und da wird offen über einen Waffengang gesprochen. Die schwuchteln nicht rum, sondern berichten, dass die Geheimdienste dort ihren Job tun („MI6 and the CIA are in Syria to infiltrate").

Die USA blockiert absolut alles, wenn es gegen Israel geht und die stellen sich jetzt als die Obersaubermänner hin. Saudi Arabien, der Unrechtsstaat par excellence (Platz 161 von 167 beim Demokratieindex) sorgt sich um die demokratischen Rechte in Syrien. Geht's noch? Katar: Platz 138! Das sind die Verbündeten der freien Welt. Das widert nur noch an. Bald tritt Plan B in Kraft. Da interessiert keinen mehr was die UN oder sonst wer was sagt. Dann wird gerettet! Die aus dem Irak abgezogenen US-Truppen sitzen in Malta und warten auf den Einsatzbefehl. Hochachtung, dass es noch Leute in Deutschland gibt, die den Mut haben, etwas gegen dieses Syrienbashing zu sagen. Danke Prof. Meyer von der Uni Mainz. Die öffentliche Meinung wird auf „kriegsbereit" gebürstet. An unsere Mainstreampresse: Macht euch nix draus, das hat die Presse vor dem ersten und zweiten Weltkrieg auch gemacht: Jeder Stoß ein Franzos', jeder Schuss ein Russ'! Jetzt muss eben Syrien dran glauben, wen juckt es?

WARUM MACHT UNSERE PRESSE DAS ALLES MIT? Wir belegen mittlerweile Platz 16 im Ranking der Pressefreiheit. 2002 war es noch Platz 7. Die Tabelle listet 139 Staaten. Luft nach unten gibt es ja noch. Die USA hat es mittlerweile auch schon auf Platz 47 gebracht mit deutlicher Tendenz nach weiter unten. Tolle Demokraten haben wir als Vorbild, die den Wikileaks-Informanten Mannings lebenslang verurteilen wollen und Guantanamo in Betrieb halten (Wahlversprechen Obama?). In Sachen Demokratie brauche ich keine Clinton. Colin Powell hat die UN in Sachen „Massenvernichtungswaffen" schon einmal verarscht und Ratschläge von dem Pack aus Katar und Saudi-Arabien brauche ich erst recht nicht.

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Abgelegt unter: Pressefreiheit, Syrien, Demokratieindex, UN Resolution

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