Beiträge zum Stichwort »Syrien«

Donnerstag, 23. Mai 2013

Todi, Du bist der Größte!

Wer sich wundert, dass einige Wochen fehlen, dem sei gesagt, dass ich mal wieder bei der Reparatur meines PCs vergessen habe, eine Datensicherung zu fahren (Bei meinem Videoschnittprogramm kann ich keine mp3 mehr einziehen. Auch im Netz finde ich keine Lösung. Wer mir hilft, für den brennt in der Kathedrale meines Herzens für immer ein Lichtlein. Ich habe Pinnacle Studio 9).

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Das Herz ging mir auf, als ich mal wieder – nach langer Zeit – was Gescheites über den Syrienkonflikt las. Dieses Interview von Todenhöfer trifft den Nagel auf den Kopf. Ein Gescheiter gegen die Journaille von reuters, dpa und den nervigen Schlaumeier namens Claus Kleber, der sich besser als NATO-Sprecher bewerben sollte. So langsam sollte sich in unseren Qualitätsverlagshäusern mal die Erkenntnis durchsetzen, dass in Syrien die Bande das Sagen hat, die wir alle bei uns nicht haben wollen. Vielleicht bewirkt der Schlächter von London ein Umdenken. Dem syrischen Volk ist die friedliche Revolution von Katar, Saudi Arabien und Duldung durch die USA gestohlen worden. Freuen kann man sich nur, dass gemessen an unseren Freunden Cameron und Hollande, mit Westerwelle eine Pax Germania erstrahlt. Wenn die Söldnertruppen alle aus Syrien abgezogen würden, wäre dort Ruhe im Karton und die gequälte Bevölkerung könnte aufatmen. Hände weg von Syrien!

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Dienstag, 19. März 2013

Staatenuntergang

Der Bär ist noch nicht erlegt, aber das Fell schon verteilt. Die Skrupellosigkeit des Dollarimperialismus kennt keine Grenzen. Wer nicht ins Schema passt, McDonalds und Coca Cola nicht als Botschafter der segensreichen $-Welt akzeptiert, wird platt gemacht. Die Hinterlassenschaften der Befreier sind verbrannte Erde und anarchistische Zustände. Zum zehnten Jahrestag der amerikanischen Invasion wird kräftig gebombt. In wessen Taschen fließen eigentlich die irakischen Petrodollars? Wer weiß denn eigentlich noch, dass der Soli nicht nur für den Aufbau Ost, sondern auch für die Finanzierung des Krieges Desert Storm genutzt wurde? Das wäre eine schöne 1 Million-Frage bei Jauch!

Der programmierte Untergang von Syrien ist absehbar. Das Land wird von wahhabitischem und salafitischen Terror überzogen, den wir finanzieren und unterstützen. Ja, der gleiche Hollande, der Al Quaida in Mali bekämpft (und da sind wir ja auch dabei) unterstützt diese Bande in Syrien, die dort die Drecksarbeit mittels Autobomben und Kehledurchschneiden betreibt.

Dann tagen die feinen Herren in Istanbul und bestimmen, wer Assads Nachfolger werden soll: ein Amerikaner. Ich nehme an, die Al-Nusra Front ist darüber begeistert. So sieht die Friedensmission eines Friedensnobelpreisträgers aus.

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Donnerstag, 14. Februar 2013

Axel-Springer-Preis für Junge Journalisten 2014

Motzen alleine, das bringt es nicht. Man muss auch mal was Konstruktives tun und deshalb habe ich diesen Brief an die Axel-Springer-Stiftung geschrieben:

Leider ist der Einsendeschluss für den Preis 2013 schon abgelaufen, aber dafür bin ich für die 2014-Nominierung früh dabei. Ich schlage Frau Raniah Salloum vom SPIEGEL für den o.g. Preis in der Kategorie Print vor. Diese Dame hat mit ihren 29 Jahren eine Vita hinter sich, die Ehrfurcht einflößt (Sciences Po Paris, Cornell University New York, Henri-Nannen-Journalistenschule) und eine Berufserfahrung, die manchen 50-jährigen vor Neid erblassen lässt: taz, FTD, Süddeutsche und jetzt SPIEGEL. Auch die Bandbreite ihrer Artikel kann sich sehen lassen. Dieses journalistische Naturtalent, das in Sachen Schweinegrippe genauso zuhause ist (In dem mehrheitlich muslimischen Land gehören die Schweine den Kopten - christlichen Ägyptern) wie bei den Milchbauern im Kanzleramt (Die Milchquote steuert die zulässige Menge Milch auf dem Markt), ist für Höheres berufen. Der Rheinländer würde sagen, Frau Salloum ist för nix zu fies. Mögen auch manche Dinge mal etwas durcheinander geraten, wie hier jemand mal bösartig festgestellt hat, so ficht das unsere Raniah nicht an. Außerdem: von so einer Website (shia-Forum!) angepöbelt zu werden, ist ja eher ein positives Zeichen.

Frau Salloum strotzt nur so von Selbstbewusstsein und nimmt es sogar mit dem mehrfach preisgekrönten Hubert Seipel auf. Dessen gestriger Beitrag (gesendet zur Prime Time 23:15 Uhr) nimmt Frau Salloum hier mal so richtig auseinander. Wer hält sich noch mit Fakten auf, wenn der Stab schon längst gebrochen ist? Frau Salloum weiß alles und was sie nicht weiß, das weiß sie besser. Die Gräueltaten von Hula wurden natürlich von Assad begangen, da war sich der Spiegel, von der ersten Sekunde an, sofort sicher. Dass Herr Rainer Hermann von der FAZ zu einem anderen Schluss gekommen ist, das interessiert Frau Salloum nicht im geringsten. Weshalb sollte sie auch durch neue Erkenntnisse von ihrer festen Meinung abweichen und wer ist schon Herr Hermann? Auch so ein alter Knacker wie Seipel! Hurra, jetzt komm' ich, so könnte man Frau Salloums journalistischen Auftritt betiteln. Nassforsch, respektlos und jugendlich frisch. Journalismus im DSDS-Zeitalter. Damit liegt Frau Salloum im Trend der Zeit. Fakten sind was für die Abgefuckten (daher kommt das). Nachrichten werden kreiert und geschaffen. Die Welt hat sich gefälligst an die Nachricht anzupassen. Wir machen die Witze.

Damit hat Frau Salloum bewiesen, dass sie eine würdige Preisträgerin ist. Sie fügt (fast hätte ich lügt getippt) sich nahtlos in die Art der kreativen Berichterstattung eines Marcel Mettelsieffen ein, der für sein gelungenes Œuvre Heimlich in Homs ja auch den Alfred Hugenberg Axel-Springer-Preis in 2012 bekommen hat. Wer gedanklich fest verankert ist, dass nur die NATO und die GCC das Gute in der Welt verkörpern, der versteht Journalismus und lässt sich nicht durch irgend ein Pillepalle, wie hier in diesem linken Kampfartikel, oder hier angemeckert, vom rechten Weg abbringen. Frau Salloum bietet jederzeit Gewähr dafür, dass sie die Marschrichtungszahl nicht aus dem Auge verliert. Zu Vertiefung und als Incentive würde ich mir wünschen, dass Sie Frau Salloum mal eine oder zwei Wochen Bildungsurlaub bei den Al-Nusra Brigaden in Syrien ermöglichen, damit sie sich vor Ort über deren allzeitiges Eintreten für Frieden, Freiheit und Demokratie informieren kann, denn nur aus Beirut zu berichten ist nicht wirklich authentisch.

P.S. Nebenbei, mit dieser Preisträgerin könnte der Springer-Verlag auch seine Multikultiorientierung unter Beweis stellen. Das macht sich auch immer gut fürs Immidsch (Ethnie und Frau!!), denn da hapert es manchmal noch ein bißchen.

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Montag, 04. Februar 2013

Mit Petrodollars zur Wahrheit

Ein Hauptanliegen von mir, ist den Untergang der ordentlichen (ich sage nicht „objektiven") Berichterstattung in unseren Medien - besser: Qualitätsmedien - darzustellen. Ich habe die Manipulation im sog. Balkankrieg verschlafen und bin erst so langsam aufgewacht, als ich merkte, dass bei der Libyen-Berichterstattung so manches nicht stimmen konnte. Rechtzeitig wach war ich, als man anfing, die Räuberpistolen über Syrien zu erzählen. Da waren zeitgleich riesige Pro-Assad Aufmärsche in Damaskus und der „Tyrann" war sogar in den Menschenmassen. So viele "Bestellte" wären gar nicht möglich. Das Bild widersprach unseren Berichten über den Diktator, der sein eigenes Volk beschießt. Ich begann zu recherchieren: Die Studie der Katar-Stiftung (Katar ist der Haupt- Geld- und Waffensponsor der syrischen Terroristen) konstatiert auf Folie 11 eine Zustimmungsrate von 55% für Assad (ich weiß nicht, ob die Angela besser abschneidet). Wie passt das alles zusammen? Ich habe im Laufe des Lebens gelernt, dass man erst die Wirtschaftsseiten lesen muss, um die Schlagzeilen der ersten Seite zu verstehen.

Da ist ein kleines Emirat mit einem geltungstriebstarken Diktator namens Al Thani, der auf Bergen von Geld sitzt und der seinen Einfluss gerne weiter ausbauen möchte. Er kauft sich die Fußball-WM und so manches Aktienpaket und spielt in unseren Medien den lieben Onkel. Der will sein Gas in den Mittelmeerraum transportieren und da bietet sich Syrien förmlich an. Auch die Pipelines aus dem - bereits Dank Amerika kaputten - Irak sollen dahin. Deshalb ist die Gegend um Homs so wichtig. Mehr darüber hier und hier.

Auch ist in Syrien der letzte Stützpunkt der Russen im Mittelmeer - mehr symbolisch als strategisch - und es ist auch der letzte laizistische arabische Staat. Gründe genug, um Assad abzuservieren. Er passt nicht in die geostrategischen Überlegungen der NATO/GCC. Das hatte man ihm sogar bei seinem Staatsbesuch in Paris (Mai 2010) im Nebenzimmer verklickert. Hätte er damals mit den Russen und dem Iran gebrochen und Israel anerkannt, wäre Ruhe in Syrien. Da wäre Assad einer von vielen Vasallen des Westens, wäre mit seiner hübschen Frau jede Woche in der BUNTEN, wäre überall dabei, wo es lustig ist, wie hier mit Angela und würde sich der wohlwollenden Unterstützung von CIA und Kumpanen erfreuen, die gerne auch helfend zur Seite stehen, wenn das Volk opponiert. Dann wird mit hartem Besen durchgegriffen, wie in Bahrain, Saudi-Arabien und Jemen. Oder hat jemand die Schlagzeile gelesen: „Al-Chalifa-Familie beschießt ihr eigenes Volk"? Nein, die haben die Amis und damit die Qualitätspresse auf ihrer Seite, wie die WELT hier richtig geschrieben hat. Und wenn die noch bei uns Leopard-Panzer bestellen, dann ist es uns ziemlich Schnuppe, ob die damit ihr eigenes Volk niederwalzen oder nicht. Da rollen nicht mal Krokodilstränen.

Terrorstaaten sind nur die, bei denen es kein McDonalds gibt.

Die Perversion unserer Meinungsmacher dreht wahre Pirouetten. Dieser Artikel von Jürgen Todenhöfer bringt es auf den Punkt. Der Artikel muss gelesen werden! Danach dieses kleine Video von Prof. Jörg Becker ansehen, der die Manipulation durch die Medien erläutert und behauptet, dass die Berichterstattung schlechter ist, als sie es vor 30 Jahren war.

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Sonntag, 03. Februar 2013

Wehrkunde 2013

Orwell will ich nicht bemühen, aber seine Erfindung des Neusprechs war genial. Wer diese Sprache beherrscht, ist zu Höherem geboren. Sie ist Grundlage und Notwendigkeit, um sich auch in politischer Korrektheit auszudrücken. Aus dem Negerkönig bei Pipilangstrumpf wird ein Südseekönig. Obwohl man zu etwas nichts kann und nicht schuld war, muss man sein Sprachverhalten korrigieren. Kein Kind fand das Wort Neger rassistisch, aber auf einmal darf man etwas nicht mehr sagen. Haltet den Dieb!

In München hat an diesem Wochenende die Sicherheitskonferenz getagt. Früher hieß diese Veranstaltung Wehrkundetagung und war so eine Art Familientreffen von internationalen Sicherheitspolitikern, Militärs, Rüstungsindustriellen und Waffendealer. Da aber das Wort Wehrkunde wie Nationale Volksarmee klingt, hat man das neusprechmäßig umgedeutscht. Sicherheit klingt doch viel sympathischer. Erinnert so an Baby in Mamas Arme. Als nächstes wird wohl überlegt, dieses Event in Friedenstagung umzubenennen, aber noch klingt Frieden so rotesockenmäßig. Warten wir mal ab. Zu diesem gesellschaftlichen Event werden mittlerweile auch vereinzelte Gäste aus dem ehemaligen Ostblock eingeladen. Wer interessiert ist, wer da alles auftaucht, kann sich hier mal die Gästeliste anschauen. Friedenspolitiker finden sich dort nicht, dafür aber allerlei Herren, die durch Waffen kräftig an Kriegen verdienen. Der Spruch „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt" passt da eher. Dass da auch einige Politiker unserer Blockparteien dabei sind, spricht für deren Verkommenheit. So dubiose Gestalten wie Özdemir, Roth und Trittin sind voll dabei. Kein Wunder, dass Jutta Ditfurth dieser Partei der verrohenden Mittelschicht (so Ditfurth hier) vor zwei Jahren ordentlich die Leviten gelesen hat. Die Karriere von so manchem gibt einem schon zu denken. Ich nehme an, dass der CIA bestens Bescheid weiß, was in deren Spitzengremien so geredet wird. Über die spezialdemokratische Partei Deutschlands will ich kein Wort verlieren.

Dank Livestream konnte ich so Teile der Debatte verfolgen. Schlimm ist der Zynismus, der bei diesem Publikum noch begeistert beklatscht wird. Da war ein Zombie namens Mc Cain anwesend, der das geistige Niveau eines Alexander Dobrindt noch in den Schatten stellt (der übrigens auch dabei war), und der gefordert hat, mit den Patriots alle Jets über Syrien abzuschießen - was auch bald so kommen wird. Wer Sicherheit mit Frieden verwechselt, der irrt. Am Frieden gibts für dieses Klientel nichts zu verdienen. 

Da geht die NATO/GCC hin, finanziert und bewaffnet das arabische Prekariat, damit die in Syrien die Infrastruktur und die Bevölkerung (mit Vorliebe Shiiten und Christen) zusammenschießen und wenn Assad gegen diese Verbrecher vorgeht, dann heißt es in unseren Qualitätsmedien Assad führt Krieg gegen das eigene Volk. Eine ganz üble Nummer wird da abgezogen. Erfreulich wenn mal ein Bericht auf 3sat kommt, der sich wohltuend von den sonst gleichgeschalteten Medienberichten unterscheidet. Chapeau Regina Heidecke und Alexander Glodzinski. Aber unter uns: So macht ihr keine Karriere! Dass Dr. Günter Meyer als deutscher Universitätsprofessor sich auch noch diese abweichende Meinung erlaubt, stimmt ebenfalls nachdenklich.

Der Schlusssatz auf der „Sicherheitskonferenz": Der Emir von Katar (al Thani) lädt ausgewählte Gäste der Konferenz nach Doha ein. Wer es da wohl schafft auf die Gästeliste zu kommen?

Fast hätte ich es vergessen: Wie lautet die neuste Wortschöpfung des Neusprechs für eine kriegerische Aktion gegen ein souveränes Land? Überfall? Nee, das war zu Hitlers Zeiten noch so. Invasion? Auch falsch. Intervention? Auch falsch. Ich will es nicht weiter spannend machen. Hier die Auflösung: Es war auch das Motto dieser Unsicherheitskonferenz: Responsibility to Protect - Schutzverantwortung! Geil, ne? Erinnert so an den alten Pfadfinderwitz mit der Oma, die mit Gewalt auf die andere Straßenseite gebracht wurde. Meine Definition, wie man gute von schlechten Staaten unterscheiden kann, ist trivial, aber zutreffend: Alle Länder, die keine Mc Donalds haben sind Schurkenstaaten. Noch Fragen?

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Donnerstag, 31. Januar 2013

Lachnummern dieser Welt

Der Begriff des nützlichen Idioten wurde von Lenin geprägt, der damit diejenigen Menschen meinte, die durch ihre Naivität und ihre Unwissenheit genau die Dinge zu tun pflegen, die schließlich doch für den Erfolg seiner Revolution nützlich sein würden. Heute stelle ich so ein Exemplar vor. Es heißt Georges Sabra und ist der Vorsitzende des Syrischen Nationalrates (SNC). Dieser Club ist in den Nobelhotels in Istanbul anzutreffen und beschäftigt sich vorwiegend mit sich selbst. Das war sogar der Killary Clinton zu viel und deswegen haben die was neues gegründet, das sich Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte nennt (hier die Website). Wo war die Gründung? Klar, bei unserem Lieblingsemir Al Thani in Doha, Mitte November letzten Jahres. Die Golfstaaten, USA, England, Frankreich und die Türkei haben diesen Haufen als legitime Vertretung Syriens sofort anerkannt. Der SNC hat dort nur noch 22 von 60 Sitzen. Interessant ist, dass die harten Killertruppen der Al-Nusra-Front (das sind die Kehledurchschneider und Autobomber), ein Ableger der Al Kaida, von diesem „bürgerlichen" Gremium (da sind sogar zwei Frauen dabei!) nichts halten. Nach dem Fall von Assad wird sich das wahre Gesicht der - von den westlichen Medien - ach so geliebten Rebellen zeigen. Dann sieht man wieder, dass die Bombardierungspolitik des Westens außer Ruinen und Leid nichts gebracht hat (Afghanistan, Irak, Libyen, ...). Dann wird Syrien zum nächsten Failed State und wir waren wieder mal dabei.

Dieser oben genannte Sabra, bis 1995 noch Mitglied der kommunistischen Partei Syriens, meint, dass er noch was zu sagen hätte. Abseits von unseren Medien (weder Presse noch Fernsehen berichtete darüber) traf sich dieser abgehalfterte SNC am Montag dieser Woche in Paris und forderte mindestens 500 Millionen $ und „Waffen, Waffen und noch mehr Waffen" (siehe hier). Finanziert wird dieser Club durch die lupenreinen Demokratien Katar, Saudi-Arabien und Libyen (!). Den Wichtigtuer hat man an die Spitze des sonst muslimisch dominierten Clübchens berufen, nach dem Motto, wir zeigen mal, wie tolerant wir sind, so quasi als Türöffner bei den westlichen Staaten um Geld und Waffen loszueisen. Bezeichnend ist, dass der eigentlich mächtige Mann, sein Stellvertreter Faruk Taifur von den Muslimbrüder, in Paris nicht dabei war.

Ich frage mich immer, von was die ganzen Strolche der Regimekritiker so leben. Von was bestreitet ein ehemaliges Mitglied der syrischen kommunistischen Partei seinen Lebensunterhalt? Leben die alle von den Spesen, die unsere demokratischen Musteremirate ihnen freundlicherweise überweisen? Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Von was lebt dieser nützliche Idiot Sabra, wenn das Fell von Assad verteilt wurde? Für einen (ehem.) kommunistischen Christen gibt es ist in einem Islamischen Staat bestimmt keine Planstelle.

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Donnerstag, 17. Januar 2013

Propagandafabrik der ARD in Istanbul entdeckt.

Erkältet sitze ich in meinem Fernsehsessel und da kommt in der zwangsfinanzierten ARD ein Propagandafilm der seinesgleichen höchstens im Dritten Reich gefunden hätte. Ich bin aus dem Sessel gekippt. Da verkauft dieser Sender für Freiheit und Demokratie uns glatt die Scharia als vorbildliche Gerichtsbarkeit. Diesen Bericht noch schnell gucken, bevor er verschwindet.

An dieser „Reportage" kann man gut erkennen, wie manipulativ gearbeitet wird. Gleich zu Anfang sieht man die „gefangenen Reporter", die zu Lösegelderpressungen benutzt wurden. Kein Wort, wer diese Reporter gefangen hat. Wären es die Assad-Leute gewesen, dann wäre das gesagt worden. Unangenehmes wird einfach verschwiegen. Der Terror der Al Nusra Milizen wird dann als „man" anonymisiert: „In xy hat man eine Autobombe vor einer Schule in die Luft gejagt". Die andere gern benutzte Floskel ist die von den Shabiha Milizen. Man benutzt sie, wenn allzu viele Details auf die Grausamkeit der Rebellen hinweisen. Dann sind das quasi auch Assad-Leute, aber eben in Zivil oder als Rebellen verkleidete Shabiha Milizen. Wie gesagt, die werden auch immer gerne zum Umlügen genommen.

Mal ein Hinweis, wie grobe Fehler in der Berichterstattung auch vom Laien erkannt werden können, da die Bilder nicht immer mit dem richtigen Text unterlegt sind: Rauschebärte sind immer Kennzeichen der ganz harten Islamisten, Richtung Wahabiten, Salafisten. Die schwarze Mütze oder Binde um den Kopf mit arabischen Schriftzeichen ist der Hinweis auf die Al Nusra Brigaden, die im wesentlichen die momentanen Kampftruppen dominieren. Sie werden von unseren arabischen Freunden gut und pünktlich bezahlt. Deshalb wechseln viele zu Al Nusra. Sie sind gut ausgerüstet, rauchen und saufen nicht. Ihr Markenzeichen sind Kehle durchschneiden und Selbstmordattentate (Autobomben).

Syrische Soldaten kämpfen mit Kampfstiefeln. Manchmal werden Fake-Videos gezeigt, wo Männer in Uniformen der syrischen Armee gesteckt werden und dann Grausamkeiten begehen. An Kleinigkeiten kann man die Fälschung erkennen: die haben nicht an das Schuhwerk gedacht. Dann rennen die Soldatendarsteller mit Flip-Flops rum! Die Flagge Syriens ist rot-weiß-schwarz und hat zwei Sterne, die der „Befreier" grün-weiß-schwarz mit drei Sternen. Die Farbe hat eine wichtige Symbolkraft. Grün ist die Farbe des Islam. Bei dem ARD-Video sitzen die Gefangenen vor grünen Schriftzeichen, d.h. sie sind in der Gewalt der „Rebellen". Nach intensivem Studium des Fälscherhandwerks kann man auch an der Bewaffnung einiges erkennen, aber das führt jetzt zu weit. Für den Hausgebrauch reicht das Gesagte. Hier die hervorragende Kritik an der ARDschen Schariabegeisterung.

Für dieses Machwerk zeichnet ein Michael Schramm vom Bayerischen Rundfunk verantwortlich und dieser Mann sitzt in Istanbul. Hat er diese Fernsehaufnahmen von Al Nusra gekauft, oder hat man sie ihm zur Verwertung überlassen? Die Aufnahmen sind professionell gedreht - schön begleitet von einem Bärtigen (schwarze Pudelmütze) mit Funkgerät - und kein Wackelvideo, wie aus den Anfangszeiten. Die Uniform aus Assadzeit? Er hat Schulterklappen und ein grün-weiß-roter Schal. Wo ist da eine Uniform? Wie kommt die ARD zu diesem Material? Aus dem Propagandaministerium von Katar, CIA, o.ä.? 

Dem Herrn Dr. Schramm sei gesagt, das diese subtile Jubelarie wirklich widerlich ist. Motto: Es ist zwar schlimm, aber die „Befreier" haben alles im Griff und werden es in der Nach-Assad Zeit schon richten. Dieser sympathische „studierte (!) Theologe" (Originalzitat) kann doch kein Unmensch sein und er ist ja so gnadenlos gerecht auch gegenüber den eigenen Leuten (Bild: unsympathischer Brigadekommandeur der FSA), was will man mehr?

Der Herr Doktor hat vielleicht in seiner Jugend zu viel Königlich-Bayerisches Amtsgericht" geguckt oder sitzt zu oft mit Vertretern des Syrischen Nationalrates beim Raki in der Fünfsternehotelbar. Eine andere Erklärung habe ich nicht und ihm was Böses zu unterstellen, wage ich nicht.

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Montag, 14. Januar 2013

Vom bösen und guten Terror

Der Titel hätte auch „Von guten und bösen Islamisten" oder ähnlich heißen können. Was ich damit sagen will: je nach westlicher Interessenlage werden die Banden der Gotteskrieger, die uns ihr Weltbild einbomben wollen, in gut oder schlecht eingeteilt. Da schickt der Cocktailsozialist Hollande seine Farce de Frappe gegen die gleiche Bande, die er allerdings in Syrien am liebsten in die Lage versetzen würde, dort einen Gottesstaat zu installieren. Aber nicht nur die westliche Politik ist für Normalsterbliche nicht erklärlich, sondern auch unsere speichelleckende Mainstreampresse, die eigenes Denken und Recherche an das NATO-Hauptquartier outgesourct hat. So entstehen die sagenhafte Zickzackkurse, die nur eins bewirken: man kann unsere Zeitungen in die Tonne kloppen. Wundern tue ich mich nicht, dass die Frankfurter Rundschau demnächst schließt. Keiner kauft diese Zeitung mehr, wenn sie den gleichen Mist wie alle schreibt und kritischer Journalismus nur in den Geschichtsbüchern steht. Vergleicht doch bitte mal selbst diese beiden Kommentare (A und B), dann wisst Ihr, was ich meine.

Ich tackere mir schon ein Jahr die Finger wund über unsere unglaublich beschissene Syrienpolitik und deren Behandlung in der Presse und über das Trauerspiel, dass wir mit unserem Steuergeld dafür sorgen, dass demnächst kein Christ oder Ungläubiger in Syrien mehr rumläuft, und erst jetzt kommt mal ab und zu ein kritischer Bericht, wie dieser hier im neoliberalen Kampfblatt SPIEGEL. Mittlerweile hoffe ich ja, dass die marodierenden Horden sich gegenseitig beim Kampf um die Beute die Kehle durchschneiden und die Syrer in Ruhe lassen, denn es scheint ja alles geplündert (looting bedeutet "Plünderung") zu sein und die Verbrecher müssen sich jetzt gegenseitig ausrauben.

Hier noch eine gnadenlosere Abrechnung zum gleichen Thema.

Es kommen schon die ersten Stimmen, die sagen, das ist nur so weit gekommen, weil der Westen nicht frühzeitig eingegriffen hat. Man ist um keine Ausrede verlegen. Hier mein Senf: das ist nur so weit gekommen, weil die Allianz aus Nato und den lupenreinen "demokratischen" Golfstaaten (GCC) diese Verbrecher finanziert und mit Waffen ausgestattet hat. Im Nato-Chinesisch klingt das dann so. Was bleibt mir? Kopfschütteln. Man kann nur mit Verschwörungstheorien diese „Politik" erklären, oder wie bezeichnet man den Zustand der Staaten, die von uns in den letzten Jahren befreit wurden: Was ist im Irak los, was in Afghanistan, wie sieht es in Libyen aus und was wird aus Ägypten? Das ist keine Befreiung sondern Vernichtung. Im nächsten Nürnberger Prozess, der natürlich wo anders stattfinden wird, heißt es dann: wir haben mal wieder nichts gewusst. Wo sind die klugscheißenden Professoren, die allein in den Deutschen
das Verbrecher-Gen des Völkermordes ausgemacht haben? Ich hätte mal gerne ein wertende Stellungnahme zu der momentanen westlichen Vernichtungspolitik, die anschließend jeden Flopp als Sieg erklärt. Auch dieses Mal werden sich die Katar (Doha)-Koalitionäre wieder täuschen. Diese Banden wollen keine von den Amis eingesetzten Marionetten, sondern einen strengen Gottesstaat einrichten, wie sie hier erklären und wie ich schon hier berichtet habe.

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Mittwoch, 02. Januar 2013

Aus Meinungsvielfalt wird Meinungsmonopol

Unsere Qualitätsmedien bringen in permanenter Bösartigkeit und absoluter Gleichheit, die nur mit der Gleichschaltung der Presse im Dritten Reich, oder der DDR, zutreffend verglichen werden kann, die ewige Leier vom bösen kinderfressenden Assad und dem tadellosen Verhalten der „Rebellen", die unter selbstlosem Einsatz Demokratie und Humanismus in Syrien einführen wollen. Die meistzitierteste Quelle ist dabei die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte". Darüber habe ich mich schon oft genug ausgekotzt. Man kann mittlerweile schon eine Verschwörungstheorie vermuten, nach der eine unbekannte Macht unserer Presse verbietet, ordentlich über die Lage in Syrien zu berichten. Jede Räuberpistole, sei sie noch so abstrus, wird gemeldet, unverständlicherweise unverdrossen weiter. Meldenswertes, das aber nicht in das Glaubenschema passt, wird nicht gebracht.

Mich hätte schon mal interessiert, ob jetzt der ehem. Befehlshaber der „Freien Syrischen Armee", der desertierte General Mustafa Ahmad al-Sheikh, von den syrischen Truppen gefangen genommen wurde, oder nicht. Dieser General hat den Zusammenbruch des Assadregimes für den Februar vorausgesagt, weil weder die Truppen noch die Bevölkerung hinter dem Regime stehen und viele Soldaten desertieren. Allerdings wurde dieses Interview vor elf Monaten geführt und der Zusammenbruch sollte eigentlich im Februar 2012 erfolgen. Da lag der Wendehalsgeneral aber ein bisschen verkehrt. Überhaupt scheint dieser Mann einige Realitätserkennungsprobleme zu haben. Die Muslimbrüder haben ihn im Dezember kurzerhand vom Kommando abgesetzt, weil er diese ab und zu kritisierte und sich über deren Dominanz ärgerte. Deshalb würde mich es nicht wundern, wenn der General von den eigenen Leuten verraten worden wäre.

Unsere Qualitätspresse könnte da doch mal recherchieren, aber nein. Die sitzen am Internet und suchen auf der Website des Reihenhauses in Coventry oder in der Frittenbude in London nach Räuberpistolen, um eine schöne Schlagzeile zu basteln. Gerne werden dann auch dem unbedarften Leser Videos vorgesetzt, wo Flip-Flops tragende Gestalten in Camouflage als Assadtruppen verkauft werden, die den Leuten die Kehle durchschneiden. Die Wahrheit hat keine Konjunktur. Mittlerweile sollte auch der faulste Redakteur bei uns wissen, dass das Kehledurchschneiden und das Autobomben die Markenzeichen der wahabitischen Milizen sind.

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Samstag, 29. Dezember 2012

Tattern aus Rom

Manchmal kommen mir so Dinge in den Sinn, wie „was würdest Du machen, wenn ...". Vor allem dann, wenn Dinge nicht so klappen, wie ich mir das vorstelle. Da bin ich schnell dabei, mal zu überlegen, wie man die KFZ-Zulassungsstelle besser organisieren könnte, während ich da fast eine Stunde warte, bis mir Eine ein Etikett mit der neuen Adresse auf den KFZ-Schein pappt.

Ich bin ein Fan von Urbi et Orbi. Das gucke ich mit Begeisterung, weil ich dann wieder fassungslos den Kopf schütteln kann. Zuletzt bewegte mich dann die Frage, ob dieser weltgrößte und älteste multikulturelle Konzern, namens Katholische Kirche, nicht besser beraten wäre, wenn die Konzernlenker nicht aus Tattergreisen bestünde. Man sollte wissen, dass Senilität nicht immer Auswahlkriterium war. Mit Johannes XII, war auch mal ein Minderjähriger auf dem Thron. Seine Amtszeit betrug allerdings nur 8 ½ Jahre. Über die Todesursache gibt es zwei unterschiedliche Versionen: Nach der wohl bekanntesten soll er während des Geschlechtsaktes mit einer römischen Aristokratin von deren eifersüchtigem Ehemann überrascht und mit einem Hammer erschlagen oder so schwer verletzt worden sein, dass er daran starb. Einer anderen Version zufolge traf ihn ein Gehirnschlag, als er in der Nähe von Rom einer verheirateten Frau nachstellte. Ja, da war noch Leben in den heiligen Lenden.

Im Kampf um die Marktanteile der Jenseitsversprechungen macht jedenfalls der Vatikan keine gute Figur. Wenn der Greis mit zittriger Stimme das „Ende des Blutvergießens in Syrien" fordert, dann kann ich mir so richtig vorstellen, wie den Dschihadisten in Syrien vor lauter Betroffenheit die Kalaschnikow aus der Hand fällt. Ja mein lieber Herr Ratzinger, das sollten Sie schon als Hitlerjunge gelernt haben, dass so etwas den Feind nicht wirklich beeindruckt. Wie hätte unsere Torwartikone Kahn gesagt: „Ihm fehlen die Eier". Der heilige Vater hat die für November geplante Delegation des Vatikans nach Syrien abgesagt. Über das Warum darf spekuliert werden. Meine Version, und die sollte so lange Bestand haben, bis sie durch eine plausiblere ersetzt wird, ist die, dass der Vatikan sonst hätte Farbe bekennen und erklären müssen, dass die Räuberpistolen, die in unseren Medien stehen, nicht wahr sind. Er hätte zu den Christenverfolgungen und Ermordungen etwas sagen müssen und das hätte nicht in die Eroberungsstrategie der NATO gepasst. Also abducken. Lieber warme Worte, die niemanden weh tun, als klare Kante gegen Völkermord und Verfolgung. Kein klares Wort gegen unsere arabischen Ölfreunde, die Christen verhaften, weil wir ja weiterhin unsere Panzer dort verkaufen wollen. Also ich sage Euch, wenn ich Christ wäre, hätte ich mich schon geharnischt bei meinem Chef beschwert.

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Abgelegt unter: Papst, Syrien, Saudi Arabien, Christenverfolgung

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