Beiträge zum Stichwort »ttt«
Montag, 13. Februar 2012
Unser neuer Verbündeter: Al-Kaida
Unser idiotischer Afghanistaneinsatz wird mit dem Kampf gegen Terror und Unterdrückung und für Freiheit und Demokratie begründet. Schulen, Frauenrechte und Pumpen (Wasser-) waren das mal. Das Schreckgespenst heißt ja Al-Kaida und dafür darf dann das vorzugsweise ostdeutsche Präkariat sterben. Wie gesagt, das ist die Begründung. Mit den gleichen Worten stehen wir ja auch fest zu der syrischen Opposition, die Baschar al-Assad weghaben will, weil er ein grausamer Despot ist und gegen sein eigenes Volk kämpft, das - weil es anscheinend zu doof ist, blöderweise zu 55% hinter ihm steht. Das dort Religionsfreiheit herrscht, interessiert auf einmal keinen mehr und dass die syrischen Frauen dort alle Rechte haben, ist uns auf einmal auch ziemlich egal. Der Assad hat es irgendwie verkackt, weil er die falschen Freunde hat und blöderweise Syrien im Korridor zum Iran liegt.Unverschämterweise haben die blöden Russen und die hinterhältigen Chinesen sich nicht zum zweiten Mal hinter die Fichte führen lassen und im UN-Sicherheitsrat nicht für die Vernichtung Syriens gestimmt (bei Ghadaffi ging das noch so schön). Die Vettel Clinton hat anschließend hyperventiliert und unsere Qualitätspolitiker stehen alle treu zur großen weltpolitischen Allianz der Guten. Die demokratischen Musterstaaten Saudi-Arabien und Katar werden es schon richten. Dort ist die Kohle und die moralische Unterstützung kommt von? Na, von wem wohl? Von Al-Kaida. Ist das nicht schön, solche Verbündete zur Seite zu haben? Der Oberdruide von Al Kaida, Aiman al Sawahiri (der hat an der Stirn keinen Kopfschuss, was man als erstes annehmen könnte, wenn man seine Sprüche so hört, sondern eine Zebibah), hat schon gesagt, wie er sich Friede und Freiheit vorstellt. Vor einem Vierteljahr hat er noch den USA gedroht und jetzt kämpft er Seit an Seit für ein freies Syrien. Kommt uns das nicht bekannt vor? Die USA züchten ja immer ihre eigenen Monster, die sie braucht, um die Rüstungsindustrie am Laufen zu halten. Erstaunlich ist allerdings, dass auf einmal die amerikanische Verlagsgruppe McClatchy unter Berufung auf die CIA bekennt (hier ein diesbzgl. deutscher Artikel), dass die Anschläge von Aleppo und Damaskus auf das Konto von Al-Kaida geht, die ja unsere Qualitätsmedien (hier die Tagesschau) natürlich dem Assad in die Schuhe geschoben hat. Und man staune, sogar der Vatikan macht sich um seine Schäfchen Gedanken, für die in einem Post-Assad-Staat leider kein Platz mehr sein wird.
Gestern Abend brachte der Chef aller Gutmenschen, Dieter Moor, einen Bericht über die syrische Schriftstellerin Samar Yazbek. Sie konnte über ihre Gräuel mit den Folterknechten von Assad berichten und lebt jetzt im Exil. Bin mal gespannt, was die gute Dame schreibt, wenn ihr geliebtes Syrien von Al-Kaida befreit worden ist. Dies nur zu meiner Erinnerung.