Donnerstag, 03. Februar 2011
Mubarak ins Exil?
Es ist schon erstaunlich, wie schwer es ist, einen Kleptokraten von der Staatsspitze zu entfernen. Ich habe mir mal eine zeitlang die Übertragungen von Al Jazeera angeguckt und man ist geschockt, wie die aufeinander einprügeln. Bei den Mubarak-Anhängern ist das quasi eine Art Überlebenskampf, denn außer Kadavergehorsam können die wahrscheinlich nichts. Ich habe ja selbst in Kairo erlebt, dass Polizisten nicht lesen konnten. Ähnlich war es auch in Namibia. Dort muss(te) man nur SWAPO-Anhänger sein, und schon hat man sich für den Polizeidienst qualifiziert. Für die älteren unter uns: In der Bundesrepublik musste man auf der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung stehen. Jede Gesellschaft hat also ihr Qualifikationsprofil.Ein ägyptischer Witz: Gamal, der Sohn von Mubarak, wird von der ägyptischen Mercedes-Benz-Niederlassung angeschrieben, er möge sich doch mal die neu eingetroffenen Wagen anschauen. Er tut das und findet einen Sportwagen, der ihm gefällt. Er fragt den Verkäufer, was der Wagen denn kostet. Dieser sagte: 20 Pfund (ca. 2,50€). Gamal gibt dem Verkäufer eine 100-Pfundnote. Der Verkäufer bedauert, dass er kein Wechselgeld habe. Darauf Gamal: Dann nehme ich noch vier weitere.
Der Mubarak-Clan soll 40 Mrd. Dollar zusammengerafft haben. Die Härte: Wenn diese Meldung stimmt, dann müssen Malboro und McDonalds die Hälfte ihrer Gewinne in Ägypten direkt an den Mubarak-Clan abgeben. Da fällt mir ein altes deutsches Sprichwort ein: Der Hehler ist so schlecht wie der Stehler. Profitgier und Moral - das passt eben nicht.
Diese Bande gehört hinter Gitter und nicht ins Exil.