Beiträge zum Stichwort »Bankster«

Mittwoch, 29. Februar 2012

Bank müsste man sein

Das ist sogar noch besser als bundesrepublikanischer Ehrensöldner. Da taucht man bei dem Draghi auf und schon kippt der die Kohle vor die Tür. Als ich noch auf der Uni war, wäre ein solches Verhalten noch unvorstellbar gewesen, weil es geben alle guten Grundsätze der Währungsstabilität verstoßen hätte. Der Patient liegt im Sterben, und weil die Tropfen nicht geholfen haben, kriegt er jetzt die ganze Flasche reingekippt, nach der alten Bauernregel: Viel hilft viel. Die beiden Spitzbuben Draghi und Bernanke geben diesem kaputten System den Todesstoß. Ich habe Euch gewarnt! Wer Zeit hat, sieht diesen guten Film, der das amerikanische Finanzsystem erklärt.

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Dienstag, 18. Oktober 2011

Ökonom mit Herz und Verstand: Bernd Senf

Eher durch Zufall fand ich die Website, beziehungsweise ein Video von dem etwas freakisch aussehenden Bernd Senf, der als Ruhestandsprofessor der Volkswirtschaft noch Vorträge hält, in denen er ziemlich hart zu den Finanzgangstern Stellung bezieht.

Episode am Rande: Da kam mir wieder ein Gespräch mit dem ehem. Chefvolkswirt der Deutschen Bank in Erinnerung, als ich einen Prof. Senf erwähnte, der mich seinerzeit sehr beeindruckt hatte, aber Walter dann ein Bild zeichnete, dass total unterschiedlich zu dem meinigen war. Erst nach und nach stellte sich heraus, dass ich den Paul Senf aus Saarbrücken und er diesen Bernd Senf meinte, bei dem eine seiner Töchter studierte.
           
Bernd Senfs 2:44 Std. dauernder Vortrag sei jedem empfohlen, der mal unser Währungssystem mal erklärt haben will und der nur geringe Kenntnisse von ökonomischen Prozessen hat. Der Vortrag ist sehr plastisch und man erfährt auch, weshalb das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein so schön zu unserem Bankstersystem passt. Ist auch sehr kurzweilig: gefühlte 45 Minuten. Wenn der Senf seinen Senf dazu gibt, macht das Spaß zuzuhören.

Es ist ein Stück Hoffnung, wenn sich Ökonomen nicht wie Nutten den Mächtigen an den Hals werfen (spontan fallen mir da der unselige UnSinn oder dieser kleine Wichtigtuer ein), sondern sich auch bei der „Occupy Frankfurt" Bewegung engagieren. Chapeau Herr Senf und an die Kamarilla der Hochfinanz ein dreimal kräftiges Pfui-Deibel.

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Montag, 17. Oktober 2011

99 Prozent blieben zu Hause

So persiflierte das Zentralorgan der Neokapitalisten die Demonstrationen gegen die Bankster, die als zartes Pflänzchen auch jetzt in Deutschland stattfanden. Für mich war es ein Déjà-vu-Erlebnis, denn meine letzte Demonstrationsteilnahme liegt fast taggenau 30 Jahre zurück. Was war der Unterschied? Zuerst natürlich die Teilnehmerzahl (2.000 statt 300.000) zum anderen die Organisation, die gestern sehr bescheiden war. Als Lautsprecheranlage war da ein Verstärkerlein, dass sich ein Klischeemantafahrer nicht mal in sein Auto eingebaut hätte. Das war manchmal auch gut so, denn am Schluss konnte und durfte jeder seinen Senf ablassen, der meinte etwas sagen zu müssen. Wer da nicht im kleinen Umkreis von fünf Metern stand, der wurde dann Gott sei Dank verschont von einer Alten, die meinte auf die Chemtrails und auf die Polyamide die vom Himmel fallen hinweisen zu müssen (jetzt weiß ich wenigstens, was die kleinen weißen Partikelchen sind, die auf meinem Hemd liegen und die ich fälschlicherweise jahrzehnte für Schuppen hielt) und wo sie sogar Fotos davon hätte. Auch von der Gesangseinlage eines Alkis (darf man das politisch korrekt überhaupt sagen?), der sich als King Size Dick versuchte, bekam man dann nichts mit. Überhaupt war das so eine antiautoritäre, gewolltes Unorganisiertheit, die man landläufig als walddorfschulentypisch bezeichnen könnte. Löblich war, dass Attac sich aber gewagt hat, den Hut aufzuziehen und wenigstens ein bisschen Organisation reingebracht hat. Es ist schon hilfreich, wenn einer sagt, was die Massen als nächstes machen sollen. Was aber dann prompt wieder Missfallen bei Frodo Freeliner fand, der in FB bemängelte, dass Attac da war. Ja um Himmelswillen, wer soll das denn organisieren? Der Ackermann von der Deutschen Bank? Gestört hat zwar, dass sich die LINKE oder türkische Kommunisten nicht an die Abmachung der Veranstalter (aha, wer war das denn?) hielten und ihre Papierchen verteilten. Zum ersten Mal habe ich eine Anonymous-Gruppe getroffen. Die Jungs haben mir sehr ausführlich erzählt, was sie so beabsichtigen auszudrücken, aber weitergeholfen hat mir das auch nicht. Leider musste ich auch feststellen, dass zwar viel Herz, aber wenig Wissen über „Geld" vorhanden ist. Aber das ist überall so. Die schlichte und einfache Tatsache, dass die Geldschulden genau so hoch sind wie die Geldguthaben wird nicht von allen kapiert. Wenn einer eine Millarde Schulden hat, dann nur bei einem, der eine Milliarde zuviel hatte und diese verleihen konnte. Wir wissen ziemlich genau, wer Schulden hat, aber wir wissen so gut wie nichts, bei wem. Wer doch schön, wenn alle mal vortreten und ihre Ansprüche mal persönlich vortragen würden. Da ist auf der einen Seite der Steuerhinterzieher, der sein Schwarzgeld heimlich bei den Banken in gewissen Ländern gebunkert hat, oder auch der Drogenboss, der sein schmutziges Geld so versteckt hat. Wenn jetzt ein Schuldenschnitt für Griechenland kommt (das A. von der Deutschen Bank flüstert ja der Merkel schon was ins Ohr), dann könnte man doch mal differenzieren. Sollen sie doch aus den Löchern kommen die Ratten. Eine sozial gestaffelte Lösung wäre perfekt möglich. Die 10.000 von der Oma könnte man durchwinken, aber die 100 Millionen eines afghanischen Warlords nicht. Das ist konstruktiv, gerecht und tut nicht mal denen weh, die Kohle ohne Ende haben. So einfach wäre die „Finanzkrise" zu lösen. Das Geld muss man dort holen wo es ist und nicht centweise aus den Taschen der einfachen Bürger.

Der Wahlspruch (das ist deutsch für Slogan) „Occupy Cologne" (ich weiß nicht, warum wir diese Scheiß-Anglizismen brauchen) sagt nichts aus und muss durch einen griffigen, deutschen ersetzt werden. Das wäre eine Aufgabe für unsere Medienexperten, von denen es doch überall nur so wimmeln soll. Da muss eine Forderungen her, die sich an Realitäten und nicht an Wünschen orientiert. Die Gläubigerseite muss erhellt werden. Wer sind die Gläubiger? Wer die Geldvermögensbesitzer?

Schade, dass trotz aller Unzulänglichkeit nur so wenige auf die Straße gehen. In Rom sollen es 100 - 200 Tausend gewesen sein. Sind diese Römer besser informiert, engagierter oder sonst was? Wäre wünschenswert, aber auf der anderen Seite sollten die erst mal ihren notgeilen Staatschef zum Teufel jagen. Ja es gibt noch viel zu tun und das waren eigentlich nur ein paar Mäkeleien, die man einem Motzblogger verzeihen soll.

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Montag, 20. Juni 2011

Wer haftet für Merkels Bockmist?

Leider kann man den Schaden, den eine Regierung einem Volk zufügt, weder versichern, noch diese Regierung dafür in Regress nehmen. So bekam man nichts, wenn mittels Adolf Hitler und dem zweiten Weltkrieg das Häuschen weggebombt wurde oder wenn die SPD und GRÜNE (diese Pharisäer) eine „Riesterrente" beschlossen haben, wo gutgläubige Menschen Prämien zahlen, der Staat (mittels staatlich gefördert ...) die Provisionen zahlt und die Versicherungsbranche abkassiert und am Ende nur die geöffneten Augen des Ruheständlers groß werden (das hat Georg Schramm hier schön formuliert). Weshalb die Sozialdemokraten - ohne Not - die Altersversorgung der Bevölkerung den Maschmeyers in den Rachen geworfen haben, das hat Albrecht Müller von den Nachdenkseiten hier deutlich dargestellt (dieser Vortrag ist der bedeutsamste seiner Art, der die Machenschaften dieser neoliberalen Banksterbande am besten auf den Punkt bringt). Bewundern kann man nur die Skrupellosigkeit der Akteure, die sich nicht mal schämen. Um es mal ganz modern zu formulieren: Ich fremdschäme mich für diese Bande, von denen einige, und das ist das perfide, sogar mit dem SPD-Parteibuch rumlaufen.

Aber das nur am Rande. Die Merkel mitsamt ihrem unfähigen Kabinett kann ich leider, leider nicht in Regress nehmen, wenn sie die Entreicherung ihrer Staatsbürger - ob wissentlich oder nicht - das spielt keine Rolle, vorantreibt. Man lese hier, was Juncker vor einem Jahr dem Luxemburger Wort gesagt hat und diese Zeitung ist ein konservatives Blatt! Das Sozial- und Lohndumping, das Juncker Deutschland vorwirft, ist nicht vom Himmel gefallen. Die deutsche Politik der letzten zwanzig Jahre ging auf die Kappe der abhängig Beschäftigten und für deren Trümmer werden sie abermals zur Kasse gebeten - leider nicht FREIWILLIG!

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Dienstag, 24. Mai 2011

Raubüberfall auf Griechenland

Bei den alten Raubrittern wusste man immer wo man dran ist. Leider haben einige die Bauernkriege („ein Spaten zwischen die Rippen") und die französische Revolution („hängt sie an die Laterne") überlebt und konnten ihre Beute retten, aus denen mehr oder weniger Reichtum entstanden ist. Beispiele: Die Sippe unseres entdokterter Guttenbergs (hier eine alte lesenswerte Satire aus derFreitag) oder die Sippschaften in Monaco oder Liechtenstein, wo die Raubritter der Neuzeit ihren (juristischen) Sitz haben.

Heute ist das Auftreten der Raubritter subtiler. Sie kommen nicht mit Hellebarde und Morgenstern, sondern mit Aktenköfferchen, Klapprechner und EiFohn. Sie überfallen einen nicht mehr persönlich, sondern saugen die Kohle so aus der Tasche, dass Du Dich nicht wehren kannst. So die Mineralölindustrie (das Kartellamt braucht da 200 Seiten, um die Machenschaften zu beschreiben) an der Tankstelle, die Pharmaindustrie, die via Krankenkassenbeiträge ein gesichertes Einkommen hat und so aus Scheiße Geld macht, mit einer Gewinnspanne, die jeden Drogendealer neidisch werden lässt (deshalb heißen auch Arzneimittel „Drugs"). Schlimm jetzt die immer größer werdende Bande der Bankster, die vor allem aus der angelsächsischen Welt kommen, weil man dort schon früh gelernt hat, dass es sich durch Raub ganz gut leben lässt. Man nannte dies dann „Commonwealth". Wörtlich übersetzt „gemeinsamer Reichtum", was leider irreführend ist. Besser wäre, eine Übersetzung „gemeinsam schaffen wir den Reichtum (einzelner)". Sinn der neoliberalen Raubzüge ist die Umwandlung öffentlichen Eigentums in profitträchtiges Privatvermögen, das zur Zeit in Griechenland demonstriert wird. Dass die Böcke dort zu Gärtner gemacht werden, gehört zu diesem Plan. Wundern tut mich nur, dass dies dem Mubarakfreund und Cocktailsozialisten Papandreo erst jetzt auffällt.

Erfreut hat mich, dass die Protestler in Madrid Plakate trugen gegen die „Finanzterroristen". Es scheint langsam mal dem einen oder anderen zu dämmern, dass der Terrorismus nicht von den Turbandruiden vom Hindukusch aus geht, sondern von den nadelgestreiften Bankstern der Wallstreet und von sonst wo. Deshalb Abzug der Truppen aus Afghanistan und eröffnet die Jagd auf die Frechdaxe und andere Schmarotzer auf den Kaimaninseln, Bahamas, etc. Die schwarze oder graue Liste der OECD könnte systematisch abgearbeitet werden. Das wäre mal was, mit dem ich mich identifizieren könnte: Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus - Finanzterrorismus!

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Dienstag, 19. April 2011

Rechtspopulist gewinnt in Finnland

Mir schwillt immer der Kamm, wenn ich solche Schlagzeilen lese. Kaum ist da einer, der sich nicht an die „politisch korrekte" Mainstreamline hält, wird der gnadenlos niedergemangelt. Auch die Fotos sollen das im Unterbewusstsein unterstreichen: Weitwinkel und Froschperspektive, wie hier in der Zeit. Timo Soini ist eben keine guttenbergsche Schönheit. Dann wird noch der passende Artikel (allein die Überschrift ist schon der Hammer) dazu geschrieben, wie hier bei der WELT und dann im redaktionellen (!) Teil: Die fast 20 Prozent Wähler für die Wahren Finnen waren überwiegend Männer mit vergleichsweise schlechter Ausbildung. Die konnte der bebrillte, übergewichtige und oft sichtbar schwitzende Soini mit seinen Protestparolen gegen das akademische Establishment in Helsinki erfolgreich mobilisieren. Das ist schon ein tolles Niveau der Berichterstattung. Wenn dieses Qualitätsblatt über den vergangenen Wahlerfolg der FDP so getitelt hätte: Eine Schwuchtel, die die Hirnlosen verführt?, dann hätte ich das akzeptiert, aber so? Nee, das ist unterste Schublade. So etwas würde nicht mal ich schreiben und das heißt schon was. Gewundert hat mich dieser fast freundliche Artikel über ihn in der TAZ.

Wer sich nicht an den Katechismus der Politisch Korrekten hält, der muss sich hier warm anziehen. Ich warte immer noch auf einen Linkspopulisten, der nicht BürgerInnen schreibt, den Unterschied zwischen Genus und Sexus kennt und deswegen „Bürger" sagt und nicht permanent Reden mit „Bürgerinnen und Bürger" aufbläht, der von Ökonomie was versteht und zuerst die Bankster an die Kandare legt, bevor er irgend etwas anderes macht.

Träumen wird man wohl noch dürfen.

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Samstag, 02. April 2011

Vergesst die Bankster nicht!

Irland hat 4,5 Millionen Einwohner und der Finanzbedarf, den die angesehene Berufsgruppe der Bankster dort versemmelt hat, beträgt 15.500 € pro Einwohner. Die EU, d.h. wir sollen mal wieder zahlen, aber nicht an die Einwohner, sondern an die Zockerbande, der noch immer nicht das Handwerk gelegt wurde. Wenn schon unser Bundespräsident über die bösen Banken abschmust, dann muss doch was faul sein, was demnächst wieder über uns kommen wird, so unerwartet wie Weihnachten. Dann heißt es wieder: "Wenn es für alle nicht mehr reicht, dann springen die Armen ein." Es ist schon ein Kreuz, wenn man sieht, dass unsere Wahlbürger sich davon nicht beeindrucken lassen. Ich vermisse die Wutbürger. Wo sind die? Damit können doch nicht die alternativen Müslifresser gemeint sein, die Kröten von einer Straßenseite auf die andere heben, oder? Peter Sodann, verhaften Sie Ackermann - aber zackig!

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Freitag, 11. März 2011

Das Kasino ist offen

Alle kaufen Öl, also kaufen wir auch Öl. Diese schwierige Formel rechtfertigt die hohen Boni der Bankster. Es wird vom Feinsten gezockt. So lange, bis der größere Idiot (the bigger fool) kommt. Meistens sind dies dann die tumben Deutschen und wir als Steuerzahler zahlen die Zeche. Zur Zeit sind dies - laut „Monitor" von gestern Abend - 7 € pro Tankfüllung und anschließend nochmals für die Rettung von systemrelevanten Banken.

Mich packt die Wut, weil die Politik nichts, aber auch gar nichts getan hat, oder tut, um dieser Bande das Handwerk zu legen. Wer sich hier die Schuldenkurve ansieht, kann sich doch nicht zurücklehnen und gemütlich unsere Qualitätsparteien wählen, die Zipfelmütze über den Kopf ziehen und hoffen, dass der Messias in Gestalt des KT bald vom Himmel kommt und uns rettet.

Dies ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass das Vertrauen in die Dollardrucker schwindet. Es gibt Rufer in der Wüste und einer, der gehört werden muss, ist Heiner Flassbeck. Wenn wir die Bankster nicht mit Fußfesseln, Online, Inhouse und sonst was, permanent kontrollieren, richten diese Brüder nur Unheil an. Am besten wäre geschlossener Vollzug. Wer jetzt meint, dass dies meine einseitige, kritisch linke Sichtweise nur ist, dem sei dieser Artikel der unverdächtigen FAZ empfohlen, aus dem ich zitiere: „Europa hat sich entschieden, in der Krise die Bürger zur Kasse zu bitten und die Banken ungeschoren davonkommen zu lassen. Aus privaten Schulden werden so öffentliche Schulden."

Nebenbei: Am 12. Februar 2009 habe ich Gold empfohlen. Damals stand der Kurs bei 737,039 € pro Unze. Heute sind es 1.024,08. Das ist eine Rendite von 39 Prozent in zwei Jahren! Da brauche ich kein Ackermann, der übrigens auf Platz 48 der Weltrangliste der größten Kapitalvernichter steht und weiterhin Geld bis zum Abwinken abmelkt! Wer kann schon eine Gehaltssteigerung von 580 Prozent bei größtem Versagen vermelden? Wir bezahlen unsere Totengräber sehr fürstlich.

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Mittwoch, 16. Februar 2011

Gebt her Eure Kohle, …

Dieser Artikel hat mich mal wieder nach oben gebracht. Da steht „Rettung des Euros wird für Deutschland noch teurer". Mensch, wer ist denn Deutschland? Frau Madeleine Schickedanz, die Aldis, der Bahnhofspenner, der Hartz4er oder die Lohnsteuerkartenbesitzer, deren Karten besser Arschkarten heißen sollten, das wäre angemessener und realistischer. Wir zahlen immer mehr Geld an diese sogenannten Investorenbankster und Zocker und wir lassen uns das einfach gefallen, weil der deutsche Michel sich mal wieder alles gefallen lässt. Wir marschieren für Gott und Vaterland in die erste, für Führer, Volk und Vaterland in die zweite und lassen uns für den großen Mammongott der Globalisierungsverbrecher in die nächste Weltkatastrophe jagen. Beispiel gefällig? Ein Leserbrief zu diesem Artikel hat das bestens beschrieben:

Die Deutsche Bank leiht sich von der EZB mal eben eine Milliarde Euro mit 1% Zinsen, um sie nachher an Irland für 11% weiterzuverleihen. Durch zwei Überweisungen mal eben 100 Mio. gemacht. Wer bezahlt diese 100 Mio.?
Wir blöden Hansel, weil wir zu blöde sind dieses Schmierentheater abzusetzen. Unsere Kinder und Enkel werden uns noch in den Allerwertesten treten, das wir dieses Spiel unterstützt haben.
Meine Stimme geht an die Linkspartei, weil sie die einzige Partei ist, die dieses Abzocken der arbeitenden Bevölkerung anprangert. Ich bin auch nicht mit der Vergangenheit dieser Partei einverstanden, aber leider habe ich als Vater keine andere Möglichkeit der Gegenwehr. Von der SPD ist ja nichts mehr zu erwarten.

Das könnte ich geschrieben haben. Es ist kein Witz, dass die Banken mit billigem Geld, mit dem die Finanzmärkte geflutet wurden, diese Staatsanleihen kaufen. Das ist kein Witz (dazu der Vortrag von Heiner Flassbeck)! Das gleiche Prinzip war in der DDR üblich. Da hatte man Äpfel bei der HO abgegeben, bekam den vorgeschriebenen Großhandelspreis, dann hat man die gleichen Äpfel zum (subventionierten) günstigeren Einzelhandelspreis zurückgekauft und die Äpfel hinten wieder abgeliefert. So wurden Planzahlen erfüllt, das Bruttosozialprodukt nach oben getrieben, alle waren glücklich und der Staat irgendwann Pleite. Glotzt nicht nach Kairo! Wir werden diese Verhältnisse auch bald in Berlin haben. Unsere Mubaraks sehen anders aus, aber es sind Mubaraks und Ben Alis. Sie sind lieb, nett, gut gebildet, höflich, machen Späßchen und sind so wie Du und ich. Der einzige Unterschied. Sie wollen mit Dir nichts zu tun haben. Du bekommst sie nie zu Gesicht - höchstens ihre Büttel und die auch nur im Fernsehen oder in der BUNTEN. Angeblich hat ein Blogger in Kairo die Demonstrationen ausgelöst. Das würde ich mir auch wünschen.

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Dienstag, 23. November 2010

Meine Iren

Die Iren sind für mich ein lustiges und angenehmes Volk. Ich habe viele schöne Stunden in Irland erlebt, auch an Orten, die von uns Teutonen gerne überschwemmt werden. Zwischen zwei Besuchen lagen einmal acht Jahre (1996 und 2004) und ich war erstaunt erschrocken, wie sich die Insel verändert hatte. Auf Wiesen standen Fabriken und HiTech durchzog das Land. Aber vor sechs Jahren hat mir ein Ire schon gesagt, dass dies nur von kurzer Dauer sei. Der EU-Subventions- und Beihilfezirkus wäre schon im Aufbruch nach Estland etc. zu den neuen Beitrittsländern. So ist das mit der Globalisierung, die nur einem wirklich nützt: dem Kapital. Eigentlich ist jedem Kind angeborenerweise klar, dass nachhaltiger (dieses Wort wird doch gerne von unserer Politikerkaste benutzt) Wohlstand nur durch Wertschöpfung entstehen kann. Was aber der Westen so treibt - und da besonders die angelsächsischen Länder - ist die vermeintliche Mehrung des Wohlstandes durch mehr oder weniger offenen Betrug. Wer PC, Handy und Porsche als Werkzeuge hat, der ist finanziell zweifellos dem Malocher haushoch überlegen, aber die geschaffenen Werte? Wer als Ackermann Renditeziele von 25% vorgibt, der gehört meines Erachtens in eine geschlossene Anstalt und nicht in den Vorstand eines DAX-Unternehmens. Dass dieser Vogel noch bei der Bundeskanzlerin aus und eingeht, ist ein Zeichen für die Verkommenheit unserer politischen Kultur. Der Seibert kriegt von ihr bestimmt noch was zu hören wegen dieser Äußerung (Wessen Ruf?).

Wenn jetzt alle jetzt dümmlich über die Iren herfallen, dann tut man den Iren als Volk Unrecht. Es sind vorwiegend britische und deutsche Banken, die ihr Geld dort „arbeiten" (schönes Wort) ließen. Der deutsche Michel rettet mal wieder seine eigenen „Geldinstitute des Vertrauens", die er zwar nicht besitzt, aber für die er Latzen muss. Wenn ich das Wort „Rettungsschirm" nur lese, dann steigt mein Adrenalin. Das einzige was der Kapitalismus kann, sind Worte zu schöpfen, die so lieb klingen, dass der Geruch von Scheiße fast übertüncht wird. „Die Banken sind wegen der Finanz- und Immobilienkrise in eine Schieflage geraten" steht hier. Das klingt wieder so, als hätte der liebe Gott so quasi aus schlechter Laune heraus, den Erdenkindern eine Finanzkrise verordnet. Warum kann der Journaillelist nicht so schreiben: Gier, Misswirtschaft und hohe kriminelle Energie hat...?

Ich bedauere hiermit öffentlich, dass Peter Sodann - statt Köhler - nicht Bundespräsident geworden ist. Erstens: Peter Sodann hätte den Bettel nicht hingeworfen, sondern Ackermann verhaften lassen. Das wäre dann mal der erste Politiker gewesen, der sein Amt mit einer guten Tat begonnen hätte. Auch eine neue Nationalhymne, die Kinderhymne von Brecht, hätte er vorgeschlagen, die ich hier zitiere:

1. Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Dass ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.

2. Dass die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

3. Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern woll'n wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

4. Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir's
Und das Liebsten mag's uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs.

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