Beiträge zum Stichwort »Euro«

Montag, 05. Dezember 2011

Kluges und doofes zum €uro

Von allen überflüssigen Diskussionen, ist es eine, die am wenigsten am Thema vorbeigeht. Sie lief auf Phoenix. Am besten gefällt mir daran, dass schnell alles auf den Punkt gebracht wird und zwar durch Prof. Joachim Starbatty, der sich wohltuend von den Kaufökonomen unterscheidet, die gegen Geld ihre Gesinnung verkaufen, wie Nutten ihren Körper. Wen ich damit meine, erschließt sich meinen Lesern selbst. Starbatty ist zwar ein „Schwarzer", aber es soll auch von denen einige geben, die manchmal Kluges sagen. Ich bin heute so was von tolerant!

In der Runde sitzt auch die Marie-Christine Ostermann, die nicht nur der Koch-Mehrin ähnlich sieht (das SPD-Modell heißt Schwesig), sondern auch das gleiche geistige Niveau hat. Sie ist die Vorsitzende des Bundesverbandes der Jungen Unternehmer. Was die so vorträgt ist absolut überflüssig und von wenig Sachkenntnis getrübt. In unserer Medienwelt reicht Aussehen, denn schwätzen tun sie ja alle das gleiche. Ein Blogger hat im Stil vom üblen Gossen-Goethe eine Satire geschrieben, die herrlich treffend ist.

Ein weiterer in der Runde ist Fritz Kuhn, der politische Schlagworte abseicht, ansonsten keinen hellen Gedanken bringt. Dass da auch noch ein Banker der Commerzbank dabei ist, fällt nicht sonderlich auf, aber er war Gastgeber und die Commerzbank hat die Pausengetränke bezahlt (d.h. wir als Steuerzahler haben die bezahlt). Von ihm erfahren wir aber, dass die Banker nicht mehr so sind, wie sie noch vor kurzem waren. Bei diesem Satz ist mir das Rad aus der Mütze gefallen.

Wer keine Zeit hat, kann ein Interview mit Starbatty hier lesen oder dort sogar hören.

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Freitag, 22. Juli 2011

Wann geht endlich der Hosenanzug für immer?

Ich mag es nicht, wenn man mich für dumm verkaufen will. Da rennt der Hosenanzug vor das erstbeste Mikrofon und plappert: „Was wir Deutschen für einen stabilen Euro aufwenden, bekommen wir um ein Vielfaches zurück". Wer ein vielfaches zurückbekommt ist ihr Freund Ackermann, der - jetzt ist der Bock endgültig Gärtner - sogar bei den zwischenstaatlichen Verhandlungen dabei ist. Der muss keine Verluste einbuchen, sondern fette Boni. Das schöne an diesen Kasinospielen ist ja, dass die Staaten für die Verluste aufkommen und der Profit bei den Profiteuren landet, die bei uns immer noch „Investoren" genannt werden, weil das besser klingt als „Finanzspekulator". Mit dem klassischen Begriff der Investition hat das absolut nichts zu tun. Die EU, deren glühender Befürworter ich einst war, ist zu einer Transferunion verkommen, die nur die Profite des Finanzkapitals absichert und Glühbirnen verbietet. Das ganze hält nur so lange, bis die Parlamentsferien rum sind. Wetten? Der einzige, der dies wunderbar auf den Punkt bringt, ist Nigel Farage, der von unserer Qualitätspresse gerne als Rechtspopulist bezeichnet wird. Der ist so herrlich politisch unkorrekt. Eine Wohltat ihm zuzuhören (YouTube). Wer dessen Beiträge im Parlament durchliest, der muss zum Schluss kommen, dass dieser Abgeordnete sein Geld verdient. Hier kann man dessen Beiträge abrufen. Leider ist der Dolmetscherdienst des Parlamentes ein halbes Jahr zurück. Erst ab Januar 2011 sind die Beiträge auch in deutsch verfügbar, aber die lohnen sich alle zu lesen.

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Mittwoch, 16. Februar 2011

Gebt her Eure Kohle, …

Dieser Artikel hat mich mal wieder nach oben gebracht. Da steht „Rettung des Euros wird für Deutschland noch teurer". Mensch, wer ist denn Deutschland? Frau Madeleine Schickedanz, die Aldis, der Bahnhofspenner, der Hartz4er oder die Lohnsteuerkartenbesitzer, deren Karten besser Arschkarten heißen sollten, das wäre angemessener und realistischer. Wir zahlen immer mehr Geld an diese sogenannten Investorenbankster und Zocker und wir lassen uns das einfach gefallen, weil der deutsche Michel sich mal wieder alles gefallen lässt. Wir marschieren für Gott und Vaterland in die erste, für Führer, Volk und Vaterland in die zweite und lassen uns für den großen Mammongott der Globalisierungsverbrecher in die nächste Weltkatastrophe jagen. Beispiel gefällig? Ein Leserbrief zu diesem Artikel hat das bestens beschrieben:

Die Deutsche Bank leiht sich von der EZB mal eben eine Milliarde Euro mit 1% Zinsen, um sie nachher an Irland für 11% weiterzuverleihen. Durch zwei Überweisungen mal eben 100 Mio. gemacht. Wer bezahlt diese 100 Mio.?
Wir blöden Hansel, weil wir zu blöde sind dieses Schmierentheater abzusetzen. Unsere Kinder und Enkel werden uns noch in den Allerwertesten treten, das wir dieses Spiel unterstützt haben.
Meine Stimme geht an die Linkspartei, weil sie die einzige Partei ist, die dieses Abzocken der arbeitenden Bevölkerung anprangert. Ich bin auch nicht mit der Vergangenheit dieser Partei einverstanden, aber leider habe ich als Vater keine andere Möglichkeit der Gegenwehr. Von der SPD ist ja nichts mehr zu erwarten.

Das könnte ich geschrieben haben. Es ist kein Witz, dass die Banken mit billigem Geld, mit dem die Finanzmärkte geflutet wurden, diese Staatsanleihen kaufen. Das ist kein Witz (dazu der Vortrag von Heiner Flassbeck)! Das gleiche Prinzip war in der DDR üblich. Da hatte man Äpfel bei der HO abgegeben, bekam den vorgeschriebenen Großhandelspreis, dann hat man die gleichen Äpfel zum (subventionierten) günstigeren Einzelhandelspreis zurückgekauft und die Äpfel hinten wieder abgeliefert. So wurden Planzahlen erfüllt, das Bruttosozialprodukt nach oben getrieben, alle waren glücklich und der Staat irgendwann Pleite. Glotzt nicht nach Kairo! Wir werden diese Verhältnisse auch bald in Berlin haben. Unsere Mubaraks sehen anders aus, aber es sind Mubaraks und Ben Alis. Sie sind lieb, nett, gut gebildet, höflich, machen Späßchen und sind so wie Du und ich. Der einzige Unterschied. Sie wollen mit Dir nichts zu tun haben. Du bekommst sie nie zu Gesicht - höchstens ihre Büttel und die auch nur im Fernsehen oder in der BUNTEN. Angeblich hat ein Blogger in Kairo die Demonstrationen ausgelöst. Das würde ich mir auch wünschen.

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Mittwoch, 01. Dezember 2010

Klofrauen und Euro

Wenn man eine der Klofrauensendungen guckt, dann kommen immer wieder die gleichen Verdächtigen. Da taucht der Medienwissenschaftler Klaus Kocks, der Medienexperte Michael Spreng, oder der Büttel des Großkapitals, Michael Hüther immer gern und überall auf. Einen, den man in letzter Zeit nicht mehr so oft sieht, ist der Näsler Lauterbach. Bei immer gleichen Leuten, weiß man schon im voraus, welche Luftblasen zu erwarten sind. Bei manchen Gestalten steigt sofort der Adrenalinspiegel. Eine davon heißt Hans-Olaf Henkel. Da stellen sich alle Fußnägel. Die Neugier, welchen Käse der jetzt wohl wieder verzapft, obsiegt und in den seltensten Fällen wird man enttäuscht. Aber es geschehen noch Weichen und Zunder. Dann reibe ich mir die müden Augen und greife ein Wattestäbchen, um den Gehörgang zu reinigen. Dies war gestern der Fall, als besagter Olaf Henkel mal ganz unkorrekt das Strickmuster der Sarrazin-Debatten darstellte, wie es im Qualitätsfernsehen üblich ist: Man lädt nur Sarrazingegner ein und darunter ist immer eine hübsche Vollintegrantin wie z.B. Naika Foroutan oder gestern die Kronzeugin der Anklage alias Nazan Eckes. Es ist schön, wenn man seine (Vor)urteile von anderen bestätigt bekommt. Auch Henkels Skepsis gegenüber der grenzenlosen Euro"rettungs"strategie teile ich voll. Auch hier werden wir desinformiert. Wir retten nicht die Iren, sondern Banken, die ihren Sitz in Irland haben, weil man da so herrlich wenig Steuern zahlen muss und deutsche Banken dort angeblich mit 138 Milliarden Euro engagiert sind. Der „gemeine" Ire ist nur der Dumme. Gerettet werden andere. Ich werde ja auch nicht gerettet, wenn die Regierung Milliarden in das HypoRealEstate-Grab schaufelt, sondern ich bin der Dumme, auf dessen Buckel die Bankster die Folgen ihrer Gier und ihres Versagen abladen können. Wir sitzen alle im selben Boot, ob Griechen, Iren, Spanier oder Deutsche: Mit Sozialabbau finanzieren wir das Kasino des Kapitals.

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